Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
stellt fest, dass es sich bei der grünen Gentechnik
beim jetzigen Stand der Wissenschaft um keine Technologie
handelt, die als Risiko-Technologie einzustufen wäre:
Zwischen 1997 und 2005 wurden weltweit auf mehr als 453
Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen
angebaut, ohne dass negative Auswirkungen auf Umwelt, Mensch
und Tier dokumentiert werden konnten. Ähnlich ist
der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter überzeugt: „Im
bisherigen weltweiten Anbau haben die Produkte der grünen
Gentechnik die in sie gesetzten Erwartungen voll erfüllt.
Sie haben keinerlei Hinweise auf schädliche Auswirkungen
auf Mensch und Umwelt gezeigt.“
Rattensterben: Russische Wissenschaftler machten die Erfahrung,
dass 55 Prozent einer Gruppe mit Gensoja gefütterter
Ratten innerhalb von drei Wochen nach der Geburt starben.
Die Sterberate in der Kontrollgruppe habe bei nur neun
Prozent gelegen. Auch britische Ratten vetrugen keinen
Genmais. Ihre Blutwerte stürzten ab.
Doch Krebs? Bei Mäusen, die mit der gentechnisch
veränderten Roundup-Ready-Sojabohne gefüttert
wurden, traten erst nach 120 Tagen Effekte auf. Dichtgepackte
und vergrößerte Zellkerne der Leber wiesen auf
Vorstadien von Krebszellen hin. Lebenslange Untersuchungen
erscheinen daher ebenso notwendig, wie Studien über
mehrere Generationen, um die Auswirkungen auf Fortpflanzungszellen
zu erforschen.
Bt-Toxin in Boden, Tier und – Mensch? Das Gift-Gen
des Bacillus thurigiensis soll Mais und Baumwolle gegen
Schädlinge schützen. Laut einer Studie von Greenpeace
reichert sich das Bt-Toxin aus genmanipulierten Pflanzen
im Boden und in der Nahrungskette an – im Gegensatz
zum natürlichen Gift des Bacillus thurigiensis. Das
Bt-Toxin soll sich nach wenigen Minuten im Magen auflösen.
Bei Schweinen konnte das Toxin jedoch im gesamten Darmbereich
und im Kot nachgewiesen werden. Bei Mäusen löste
es eine Immunantwort aus – ein potenzielles Allergierisiko.
Nahrungsgene in der Blutbahn? Entgegen bisherigen Erwartungen
gehen Bruchstücke von Gene aus Nahrungsmitteln in
die Blutbahn, ins Lymphsystem und in einzelne Organe über
und können auch in der Kuhmilch und im roten Schweinefleisch
nachgewiesen werden. Nahrungsmittel von Tieren, die genverändertes
Futter bekamen, sind also nicht sicher frei von Rückständen.
Nahrungsgene können außerdem beim Menschen weit
stärker auf die körpereigene DNA einwirken als
bisher angenommen. Damit sind drastische Funktionsstörungen
von Zellen und Organen, durch für den menschlichen
Organismus bisher unbekannte Nahrungsgene, nicht auszuschließen.
Mehr Fehlgeburten? Ein wesentliches Ziel gentechnischer
Veränderungen an Nutzpflanzen ist der Einbau einer
Toleranz gegen Totalherbizide (Wirkstoff Glyphosat). Diese
Toleranz der Genpflanzen ist geradezu eine Voraussetzung
dafür, Totalherbizide nicht nur vor der Aussaat, sondern
auch während der Wachstumsphase der Pflanzen einsetzen
zu können und damit seinen Absatzbereich ebenso zu
erweitern wie den Eintrag in die Nahrungskette. 75 bis
80 Prozent aller heute gebräuchlichen gentechnisch
veränderten Pflanzen tolerieren den Wirkstoff Glyphosat.
In einem Greenpeace-Interview machte der französische
Professor für Molekularbiologie, Gilles-Eric Seralini,
auf Untersuchungen aufmerksam, laut denen Glyphosat problematisch
sei für die menschliche Gebärmutter.
Gesicherte Hinweise auf akute Vergiftungen oder Allergien
durch Genfood liegen bisher nicht vor. Jedoch sind die
Auswirkungen eher langfristig und er-
strecken sich ggf. über Generationen. Da transgene
Pflanzen nicht mehr aus der Natur zurückgeholt werden
können, ist das Risiko unkalkulierbar. Kurzfristig
besteht konkrete Gesundheitsgefahr durch Totalherbizide,
deren Einsatz durch transgene Pflanzen ermöglicht
und bezweckt wird.