Informationen | Dossier Grüne Gentechnik 2007

DossierGesundheitsgefahr durch Agro-Gentechnik?

Ein GAU ist der Größte Anzunehmende Unfall. Ein Super-GAU ist ein Unfall, den „niemand“ annehmen konnte. Die Gentechnik-Befürtworter nehmen an, dass bei Genfood nicht viel passieren kann. Weil noch nicht „viel“ passiert ist.

KEINE GEFAHR

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften stellt fest, dass es sich bei der grünen Gentechnik beim jetzigen Stand der Wissenschaft um keine Technologie handelt, die als Risiko-Technologie einzustufen wäre: Zwischen 1997 und 2005 wurden weltweit auf mehr als 453 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, ohne dass negative Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier dokumentiert werden konnten. Ähnlich ist der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter überzeugt: „Im bisherigen weltweiten Anbau haben die Produkte der grünen Gentechnik die in sie gesetzten Erwartungen voll erfüllt. Sie haben keinerlei Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gezeigt.“

RISIKO UNKLAR

Rattensterben: Russische Wissenschaftler machten die Erfahrung, dass 55 Prozent einer Gruppe mit Gensoja gefütterter Ratten innerhalb von drei Wochen nach der Geburt starben. Die Sterberate in der Kontrollgruppe habe bei nur neun Prozent gelegen. Auch britische Ratten vetrugen keinen Genmais. Ihre Blutwerte stürzten ab.

Doch Krebs? Bei Mäusen, die mit der gentechnisch veränderten Roundup-Ready-Sojabohne gefüttert wurden, traten erst nach 120 Tagen Effekte auf. Dichtgepackte und vergrößerte Zellkerne der Leber wiesen auf Vorstadien von Krebszellen hin. Lebenslange Untersuchungen erscheinen daher ebenso notwendig, wie Studien über mehrere Generationen, um die Auswirkungen auf Fortpflanzungszellen zu erforschen.

Bt-Toxin in Boden, Tier und – Mensch? Das Gift-Gen des Bacillus thurigiensis soll Mais und Baumwolle gegen Schädlinge schützen. Laut einer Studie von Greenpeace reichert sich das Bt-Toxin aus genmanipulierten Pflanzen im Boden und in der Nahrungskette an – im Gegensatz zum natürlichen Gift des Bacillus thurigiensis. Das Bt-Toxin soll sich nach wenigen Minuten im Magen auflösen. Bei Schweinen konnte das Toxin jedoch im gesamten Darmbereich und im Kot nachgewiesen werden. Bei Mäusen löste es eine Immunantwort aus – ein potenzielles Allergierisiko.

Nahrungsgene in der Blutbahn? Entgegen bisherigen Erwartungen gehen Bruchstücke von Gene aus Nahrungsmitteln in die Blutbahn, ins Lymphsystem und in einzelne Organe über und können auch in der Kuhmilch und im roten Schweinefleisch nachgewiesen werden. Nahrungsmittel von Tieren, die genverändertes Futter bekamen, sind also nicht sicher frei von Rückständen. Nahrungsgene können außerdem beim Menschen weit stärker auf die körpereigene DNA einwirken als bisher angenommen. Damit sind drastische Funktionsstörungen von Zellen und Organen, durch für den menschlichen Organismus bisher unbekannte Nahrungsgene, nicht auszuschließen.

Mehr Fehlgeburten? Ein wesentliches Ziel gentechnischer Veränderungen an Nutzpflanzen ist der Einbau einer Toleranz gegen Totalherbizide (Wirkstoff Glyphosat). Diese Toleranz der Genpflanzen ist geradezu eine Voraussetzung dafür, Totalherbizide nicht nur vor der Aussaat, sondern auch während der Wachstumsphase der Pflanzen einsetzen zu können und damit seinen Absatzbereich ebenso zu erweitern wie den Eintrag in die Nahrungskette. 75 bis 80 Prozent aller heute gebräuchlichen gentechnisch veränderten Pflanzen tolerieren den Wirkstoff Glyphosat. In einem Greenpeace-Interview machte der französische Professor für Molekularbiologie, Gilles-Eric Seralini, auf Untersuchungen aufmerksam, laut denen Glyphosat problematisch sei für die menschliche Gebärmutter.

Fazit:

Gesicherte Hinweise auf akute Vergiftungen oder Allergien durch Genfood liegen bisher nicht vor. Jedoch sind die Auswirkungen eher langfristig und er- strecken sich ggf. über Generationen. Da transgene Pflanzen nicht mehr aus der Natur zurückgeholt werden können, ist das Risiko unkalkulierbar. Kurzfristig besteht konkrete Gesundheitsgefahr durch Totalherbizide, deren Einsatz durch transgene Pflanzen ermöglicht und bezweckt wird.


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