Informationen | Dossier Grüne Gentechnik 2007

DossierSpart Agro-Gentechnik Pestizide ein?

Transgene Pflanzen sind ein Beitrag zur Ökologie, argumentieren die Anbieter, weil sie den Insektenschutz eingebaut haben und daher Insektizide eingespart werden können.

ÖKOLOGISCH WERTVOLL

„Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen“, sagt die Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, „können insbesondere den Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln reduzieren.“ Auch die Gentechnikexpertin der FDP, Christel Happach-Kasan, ist überzeugt, dass der in Deuschland seit knapp zwei Jahren für die kommerzielle Nutzung zugelassene Bt-Mais eine „naturschutzfreundliche Alternative zur Bekämpfung des Schadinsekts (Maiszünsler,Anmerkung der Redaktion) ist.

NICHT AUF DAUER

Unkraut wird resistent: „Entgegen allen Versprechungen“, bilanziert das Münchener Umweltinstitut, „ist eine Verminderung des Pesitizid-Einsatzes nicht zu beobachten“. Lediglich in den ersten Jahren des Anbaus ließen sich Rückgänge belegen – „wenn überhaupt“. Danach seien sogar Steigerungen in der Pestizid-anwendung zu beklagen. Hauptgrund ist die zunehmende Resistenz der Acker-(un-)kräuter gegen Totalherbizide, die überhaupt nur im Zusammenhang mit dagegen widerstandsfähig gemachten, genmanipulierten Nutzpflanzen in großem Maßstab eingesetzt werden können. Die Kräuter werden widerstandfähiger, passen sich an die Chemikalien an, trotzen ihnen letztlich. In Nordamerika werden deswegen nach Erkenntnissen des Instituts inzwischen „zunehmend hochgiftige, alte Pestizide oder Pestizid-Cocktails eingesetzt“.

Fazit:

Nur kurzfristig, wenn überhaupt, werden Insektizide eingespart, wenn diese in die Pflanzen selbst eingebaut werden. Mittelfristig nimmt der Bedarf eher zu. Der Einsatz von Totalherbiziden nimmt in jedem Fall zu.


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