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Bauer sein nur mit Lizenz?
Monsanto ist weltweit der größte Anbieter von genmanipuliertem Saatgut und bei vielen US-Farmern inzwischen gefürchteter als Schädlinge oder Hagelschauer. Denn viele von ihnen haben beim Kauf der Gen-Saaten einen Vertrag unterschrieben, der sie zur Haftung verpflichtet. Geregelt ist darin außerdem, welche Rechte einem Bauern bei Aussaat, Ernte und Verkauf gentechnischen Saatgutes zustehen und vor allem welche nicht. Als Folge dieser Verträge werden die Farmer von Monsanto bespitzelt, unter Druck gesetzt und wegen angeblicher Vertragsverstöße zur Kasse gebeten. 75 Angestellte des Konzerns seien nur damit beschäftigt, berichtet das Zentrum für Nahrungsmittelsicherheit in Washington. Ärger mit Monsanto gibt es indes auch ohne Vertrag. Der Konzern verklagte sogar gentechnikfrei wirtschaftende Bauern, deren Felder durch Pollen von gentechnischen Monsanto-Pflanzen eines anderen Landwirts verunreinigt waren. Und der Konzern bekam Recht: „Wegen der Patente, die Monsanto besitzt, wird immer dann, wenn eine nicht gentechnisch veränderte Pflanze mit patentiertem Erbgut verunreinigt wird, die betroffene Pflanze das Eigentum von Monsanto“, heißt es in der Studie. Weil solche Patente jeden Sack mit Saatgut zu einer endlos sprudelnden Geldquelle machen, versuchen die Saatgutkonzerne, sich auch die Rechte an herkömmlichen Pflanzen zu sichern. Monsanto zum Beispiel kreuzte eine traditionelle indische Weizensorte mit besonders guter Backqualität mit anderen Weizensorten und meldete für das Ergebnis ein weltweites Patent an. Vor dem europäischen Patentamt erreichten indische Bauern zusammen mit Greenpeace einen Widerruf des Patents. Doch in Nordamerika und Japan ist es weiterhin gültig. Dort könnte Monsanto nicht nur von Bauern, sondern auch von Bäckereien, Lebensmittelherstellern und Supermärkten Lizenzgebühren verlangen, wenn sie Produkte aus patentiertem Weizen herstellen. Mit ihren Patenten sind Monsanto und Co dabei, alte bäuerliche Traditionen zu zerstören. Bisher haben Landwirte das Recht, aus ihrer Ernte Saatgut aufzubewahren und im nächsten Jahr wieder auszusäen. In Zukunft sollen die Bauern kein Saatgut mehr vermehren dürfen und müssen für jede Aussaat von neuem zahlen. Die Konzerne könnten sogar Weiterverarbeiter und Händler zur Kasse bitten spätestens dann, wenn es kein frei verfügbares Saatgut mehr gibt. Damit es nicht so weit kommt, kämpfen zahlreiche Organisationen gegen „Biopiraten“ wie Monsanto, die sich mit Hilfe von Anwälten traditionelle Nahrungs- oder Heilpflanzen unter den Nagel reißen wollen.
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