Informationen | Dossier Grüne Gentechnik

Gentechnikfrei einkaufen! Geht das noch?

Genfood-Lobbyisten behaupten oft, bereits zwei Drittel unserer Lebensmittel würden mit Hilfe der Gentechnik hergestellt. Es ist zu spät, sich zu wehren, Genfood sei überall. Doch das ist ein Schwindel. Gentechnikfrei einkaufen ist möglich und macht Sinn. Was nicht gekauft wird, verschwindet wieder vom Markt.

Wo ist Gentechnik drin?

Besonders Gen-Soja ist in vielen Lebensmittelzutaten und auch in Deutschland in verschiedensten Produkten eingesetzt: pflanzliches Öl, pflanzliches Eiweiß, Lecithin, Vitamin E. Maisstärke kann aus Gen-Maiskörnern stammen. Greenpeace schätzt, dass 80 Prozent aller Schweine aus Massentierhaltung sowie viele Hochleistungs-Milchkühe mit Gen-Soja gefüttert werden. Zusatzstoffe wie Vitamine, Aromen oder Enzyme werden sehr oft mit Hilfe gentechnisch manipulierter Mikroorganismen produziert.

Wie kann ich Gentechnik erkennen?

Schon bisher mussten Zutaten aus Gen-Pflanzen gekennzeichnet werden, wenn sie den jeweiligen gentechnisch veränderten Organismus (GVO) noch enthielten. Ab dem 18. April 2004 gilt EU-weit eine neue Kennzeichnungsregelung: Nun müssen alle Zutaten aufgeführt werden, die aus Gen-Pflanzen hergestellt wurden, auch wenn der GVO nicht mehr nachweisbar ist. Jedoch: Produkte von Tieren, die mit Gen-Tierfutter aufgezogen wurden, müssen nicht gekennzeichnet werden, ebenso wenig Zusatzstoffe, Aromen und Enzyme, die aus genmanipulierten Mikroorganismen hergestellt wurden. Erlaubt ist – ohne Kennzeichnung – eine Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Organismen von 0,9 Prozent. Untersuchungen der Lebensmittelbehörden haben gezeigt, dass etwa zehn Prozent der in Frage kommenden Lebensmittel solche Verunreinigungen aufwiesen. Wird der Anbau in Europa genehmigt, wächst die Gefahr solcher Verunreinigungen drastisch und sehr schnell an .

Weitere aktuelle Meldungen zu diesem Thema

23.7.04: Neuer Gen-Mais zugelassen
Monsanto-Mais darf in den Futtertrog – und bald in den Kochtopf

28.6.04: Immer mehr gentechnikfreie Futtermittel
Sogar der Futtermittelkonzern Raiffeisen merkt was der Markt will

17.6.04: Gensoja in Babynahrung
Nestlé füttert russische Babys mit Genfood

7.6.04: Müllermilch klagt gegen Greenpeace
Der Molkereikonzern will Aufklärungskampagne über Gen-Futter stoppen lassen

13.5.04: Greenpeace gegen Müller-Milch
"Muh-Mobil" startet bundesweite Tour gegen Gen-Milch

13.5.04: Einkaufratgeber wird zum Bestseller
Greenpeace hat eine Million Exemplare von „Essen ohne Gentechnik“ verteilt.

10.5.04: Bauernprotest gegen Raiffeisen
Landwirte fordern ihre Genossenschaft auf, gentechnikfreie Futtermittel anzubieten

8.3.04: Spezifische Erkennungsmarker für GVO
Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Gen-Lebensmitteln das Ziel

23.2.2004 Auch Restaurants müssen Genfood auszeichnen
Künast betont: Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit genveränderten Zutaten gilt auch für die Gastronomie

powered by