Informationen | Dossier Grüne Gentechnik

Unseriöse Gentechnik-Geschäfte

Die Konzerne sind keine zuverlässigen Partner. Das zeigen zahlreiche Skandale. Wir belegen dies anhand von Beispielen.

Illegalen Mais verkauft: Der Schweizer Agrarkonzern Syngenta hat vier Jahre lang in den USA eine nicht zugelassene Gen-Mais-Sorte anbauen lassen. Über 180.000 Tonnen des illegalen Maises gelangten als Futter- und Lebensmittel in den Handel. Als der Konzern das angebliche Versehen bemerkte, informierte er nur die Aufsichtsbehörde. Auch diese schwieg. Erst Journalisten machten im März 2005 den Skandal öffentlich. Die „Strafe“ für Syngenta: 375.000 Dollar.

Wegen Bestechung verurteilt: Monsanto, der größte Gen-Saatgut-Produzent der Welt, ist Anfang 2005 in den USA zu einer Strafe von 1,5 Millionen US-Dollar wegen Bestechung verurteilt worden. Ein Angestellter der indonesischen Filiale des Konzerns hatte 50.000 Dollar an einen Umweltbeamten der indonesischen Regierung gezahlt. Mit dem Geld sollte eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Einsatz genmanipulierter Pflanzen verhindert werden. Monsanto gab zu, dass von 1997 bis 2002 insgesamt 700.000 Dollar an verschiedene indonesische Regierungsbeamte geflossen waren.

Gen-Mais MON 863: Da wird Ratten schlecht

Noch dieses Jahr will die EU die Einfuhr der Gen-Mais-Sorte MON 863 von Monsanto zulassen. Der Mais produziert ein Gift, das bestimmte Insekten abtöten soll. Die Zeitung „Le Monde“ machte im Frühjahr 2004 öffentlich, dass sich bei Fütterungsversuchen im Auftrag von Monsanto Auffälligkeiten gezeigt hatten: Ratten, die MON 863 aßen, zeigten Veränderungen im Blutbild und Nierenschäden. Französische Prüfer sind deshalb der Ansicht, dass MON 863 nicht sicher ist. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA stuft MON 863 dennoch als harmlos ein. Der Originalbericht wurde von Monsanto und den Behörden als geheim eingestuft, obwohl laut EU-Recht solche Informationen öffentlich gemacht werden müssen.

Greenpeace musste vor Gericht die Veröffentlichung erzwingen.

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