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Genfood durch die Hintertür?
Wenn ein Landwirt gentechnikfreien Raps- oder Maissamen, Zuckerrüben oder Kartoffel aussät, muss er sich darauf verlassen können, dass sein Saatgut sauber ist. Kann er aber nicht. Immer wieder ist es in den letzten Jahren passiert, dass Saatgut, vor allem aus den USA und Kanada, mit Samen von Gen-Pflanzen verunreinigt war. Würden diese Pflanzen verstärkt in Europa angebaut, wäre auch das heimische Saatgut nicht mehr sicher. Denn Wind und Insekten können den Pollen von genmanipulierten Pflanzen kilometerweit verbreiten. Auch bis zu Äckern, auf denen gentechnikfreies Saatgut gezüchtet wird. Eine weitere Gefahr sind Verunreinigungen beim Reinigen, Verpacken und Transportieren von Saatgut. Denn die großen Saatgutkonzerne bieten beides an: Gen-Pflanzen und gentechnikfreie. Müssten sie beide Produktlinien sorgfältiger als bisher voneinander trennen, würde das zusätzlich Geld kosten. Deshalb verzichten die Konzerne darauf. Technisch unvermeidlich? Weil verunreinigtes Saatgut aus diesen Gründen bei einem verstärkten Gen-Pflanzen-Anbau in Europa an der Tagesordnung wäre, will die genfood-freundliche EU-Kommission solche Verunreinigungen als „technisch unvermeidlich“ absegnen. 0,3 bis 0,7 Prozent Gen-Samen im Saatgut sollen nach einem Richtlinienentwurf der Kommission erlaubt sein und müssten nicht gekennzeichnet werden. Sät ein Landwirt ein derartig verunreinigtes, aber offiziell gentechnikfreies Saatgut aus, dann können auf einem Hektar Ackerland bis zu 70 Quadratmeter Gen-Pflanzen wachsen, ohne dass es jemand weiß. Und noch vor der Ernte würden Wind und Insekten die genmanipulierten Erbinformationen weiter verbreiten, ohne dass die Pflanzen in irgendeinem Standortregister erfasst wären, der anbauende Bauer, seine Nachbarn oder die Verbraucher davon wüssten. Heimlich und durch die Hintertüre würden Gen-Pflanzen zum Alltag auf den Äckern, auch wenn kein Landwirt sie freiwillig und wissentlich anpflanzt.
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