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Koexistenz klappt nicht
Gen-Pflanzen und gentechnikfrei wirtschaftende
Landwirte können friedlich nebeneinander existieren
– sagen die Gentechnik-Konzerne. Doch die bisherigen
Erfahrungen belegen das Gegenteil: Wo Gen-Pflanzen angebaut
werden, gehören Verunreinigungen zum Alltag. Und dies
selbst in Ländern wie den USA.
Wind und Insekten tragen das manipulierte Erbgut der Gen-Pflanzen
mit dem Blütenstaub zu anderen, gentechnikfreien Pflanzen
der gleichen oder einer ähnlichen Art. Die Samen von
Gen-Pflanzen können Jahre im Boden überdauern, bevor
sie keimen. Bei Ernte, Lagerung und Verarbeitung kommt es
immer wieder zur Verunreinigung gleichartiger gentechnikfreier
Produkte.
Beispiele für Verunreinigungen durch GVO
gibt es genug:
- In Mexiko fanden Wissenschaftler in alten Maissorten
das Erbgut von Gen-Mais, obwohl dessen Anbau dort verboten
ist. Als Ursache gelten verunreinigte Maislieferungen aus
den USA und Auskreuzungen von versehentlich ausgesähtem
Gen-Mais.
- In den USA gelangte die nur als Futtermittel zugelassene
Gen-Mais-Sorte „Star-Link“ auch in Lebensmittel.
„StarLink“ kann Allergien auslösen. Über
500 Millionen Dollar kostete das Einsammeln, Entschädigen
und Vernichten der kontaminierten Lebensmittel.
- In Bayern sähten in diesem Jahr 22 Bauern unwissentlich
mit GVO verunreinigten Mais aus. Das Saatgut stammte von
der Firma Pioneer, einer Tochter des Chemie-Konzerns DuPont.
Jetzt müssen die Bauern den Mais unterpflügen.
Bereits 2001 hatte Pioneer verunreinigtes Saatgut auf den
Markt gebracht.
- In den USA waren bei Laboruntersuchungen 50 Prozent der
untersuchten herkömmlichen Maissamen, 50 Prozent der
Sojasamen und 83 Prozent der Rapssamen mit genmanipuliertem
Erbgut verunreinigt.
- Kanadische Bio-Bauern können praktisch keinen Raps
mehr anbauen. Die Verunreinigungen durch den weit verbreiteten
Gen-Raps haben den Markt bereits zerstört.
Alle Studien zeigen, dass bei einem Anbau von Gen-Pflanzen
die gentechnikfreie Landwirtschaft nur durch einen extrem
hohen Aufwand zu schützen ist.
Wenn diese Kosten nach dem Verursacherprinzip die Gentechnik-Konzerne
und ihre Landwirte zahlen müssten, wäre der Anbau
von Genpflanzen wirtschaftlich uninteressant.
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