Im Kampf um „Grüne Gentechnik Ja oder Nein“
ist das weitgehend noch gentechnikfreie Europa wichtig.
Im Mai 2003 haben die USA bei der Welthandelsorganisation
WTO gegen die EU geklagt, um den Europa für US-Genfood
zu öffnen. Rund 300 Millionen Dollar jährlich
gingen US-Firmen durch die ablehnende Haltung der EU verloren,
argumentieren die USA. Für die WTO gelten Umwelt- und
Gesundheitsargumente gegen Genfood als zu beseitigende Handelshindernisse.
Auch beim Versuch, Genpflanzen in Entwicklungsländern
zu verbreiten, hilft den Saatgut-Konzernen die US-Regierung,
die afrikanischen Staaten unverkäuflichen Gen-Mais
als Nahrungsmittelhilfe unterschiebt. Die gegenseitige Sympathie
ist erklärlich: US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman
saß zuvor im Aufsichtsrat von Calgene, der Firma,
die einst die Anti-Matsch-Gentomate entwickelte und inzwischen
zu Monsanto gehört. Das ganze US-Landwirtschaftsministerium
sei voll von Ex-Angestellten der Biotech-Industrie, berichtet
das Institute for Agriculture and Trade Policy. Unterstützung
für die Gen-Konzerne kommt auch von der Landwirtschaftsabteilung
der Weltbank, die personell eng mit der Lobby der Saatgut-Konzerne
verflochten ist, meldete die unabhängige Nachrichtenagentur
IPS.