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GENfood ist nicht GENial

Kennt ihr unseren „Genfood-Nein-Danke-Button“? Vielleicht möchtet ihr den gerne mal anstecken und euren Freunden zeigen. Für den Fall, dass die euch fragen, was Genfood überhaupt ist, gibt es hier Einsteiger-Informationen. Diesmal für die Größeren.

Was ist eigentlich Genfood?

Gene – so heißen die Erbanlagen aller Pflanzen und Lebewesen. Und „food“ [fud] ist englisch und heißt Nahrung. „Erbanlagen-Nahrung“? Nicht ganz. Genfood sind Lebensmittel, die nicht auf natürlichem Wege entstanden sind, sondern mit Hilfe von Gentechnik. Warum Gentechnik? Gentechnik macht es möglich, die Eigenschaften von Pflanzen oder Lebewesen zu verändern, viel stärker, als das auf natürlichem Wege möglich ist. Eigentlich toll. Denn die Idee ist, auf diesem Weg beispielsweise den Bauern zu helfen, Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Aber lest erst mal weiter.

Aufgepasst!

Gentechnik, ein Thema, das unter den Nägeln brennt. Das wollen wir auch unseren jungen Lesern nicht vorenthalten. Deshalb diesmal keine Kinderseite wie üblich, sondern eine, die Gudrun Ambros extra für Jugendliche gemacht hat.

So geht’s mit der Natur

Grüne Augen, lange Zehen, gut in Mathe – die Eigenschaften eines Menschen werden von Mama und Papa auf ihre Kinder vererbt. Auch andere Lebewesen und Pflanzen übertragen ihre Eigenschaften auf die Nachkommen. Dabei werden sie immer ein bisschen verändert. Deswegen sind Kinder nicht wie ihre Eltern und auch untereinander nicht gleich – aber ähnlich.

Wenn ein Pflanzenzüchter Mais mit besonders robusten Stängeln haben will, dann sucht er sich immer wieder die Pflanzen mit den stärksten Stängeln raus und vermehrt sie. Das macht er immer wieder und nach einiger Zeit hat der Züchter einen Mais mit richtig starken Stängeln.

Kommt etwa die Larve des Maiszünslers daher und will sich durch die Maisstängel bohren, dann schafft sie es bei starken Stängeln nicht so leicht.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, sich gegen den Maiszünsler zu wehren. Ein Ökobauer holt sich natürliche Unterstützung. Er bringt den Bacillus thuringiensis auf die Pflanzen. Diese Bazille produziert ein Gift, das die Maiszünslerlarve tötet, aber anderen Insekten nicht schadet. Mais und Bazille bleiben verschiedene Lebewesen, die einander helfen, sich aber nicht vermischen.

So macht’s die Gentechnik

Gene sind winzigst kleine Informationszentralen, die in den Zellen eines Lebewesens oder einer Pflanze sitzen. In ihnen stecken Betriebsanweisungen und Baupläne für alle Teile des Körpers. Der Aufbau der Gene ist bei allen Lebewesen sehr ähnlich. Ein Gentechniker kann deswegen beispielsweise das Gift-Gen des Bacillus thuringiensis, kurz Bt genannt, aus dessen Erbanlagen ausschneiden und in die Erbanlagen des Mais einbauen. Den so veränderten Mais nennt man transgen oder kurz Genmais.

Eigentlich eine tolle Idee. Jetzt kann der Mais sich selbst mit dem Gift gegen seine Schädlinge wehren. Nur – keiner weiß, was das Vermischen von Bakterien- mit Pflanzengenen für Folgen hat. Denn die Bazillen-Maispflanze ist ein völlig neues Lebewesen, das es so vorher nicht gab und das auch unserem Körper völlig unbekannt ist. Und wenn es sich weiter vermehrt, wird es sich auch immer ein biss-chen verändern, wohin weiß keiner. Wird der Genmais vielleicht Allergien auslösen? Oder wird er auch andere Insekten töten? Es gibt schon Hinweise, dass der so genannte Bt-Mais auch die Larven nützlicher Schmetterlinge tötet.

Unbekannte Risiken

Keiner weiß, wie gefährlich es ist für den Menschen, wenn Pflanzen mit Hilfe von Gentechnik verändert werden. Allergien sind schon bekannt geworden. Sicher ist aber: Wenn sich Erbgut von Genmais mit Erbgut von natürlichem Mais mischt – und das lässt sich nicht vermeiden – entsteht neuer Genmais. Wer den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zulässt, trifft also eine Entscheidung, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Button tragen, weitersagen

Gentechnik – ganz schön riskant! Wer das denkt, kann es auch zeigen: mit einem „Genfood? Nein - Danke Button“ .

Ausgerechnet Tomate

Warum Tomate? Weil die Anti-Matsch-Tomate das erste mit Hilfe von Gentechnik entstandene Lebensmittel war, das in den USA auf den Markt kam. Sie heißt in Wirklichkeit Flavr-Savr-Tomate und bleibt viel länger fest als ihre Schwestern. Toll? Na ja. Stell dir vor, du kaufst eine super aussehende Tomate, die aber in Wirklichkeit schon über vier Wochen alt ist.

Darum „Nein Danke”

Und wieso der Protest? Weil deutsche Politiker gerade ein Gentechnik-Gesetz diskutieren, das unter bestimmten Bedingungen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland erlauben würde. Dabei weiß keiner genau, was das für Folgen hätte.

Schreibt uns!

Ist Gentechnik für euch, eure Freunde oder in der Schule ein Thema? Schreibt uns doch mal! An den bio verlag • Jugendseite • Magnolienweg 23 • 63471 Aschaffenburg oder Jugendseite@bio-verlag.de

Die riesige aufblasbare Gentomate vom BUND und attac auf Protesttour durch Deutschland

Zu Risikenund Nebenwirkungen...

...von Gentechnik gibt’s Erklärungen im Internet: unter www.geo.de/GEOlino (Wissenschaft+Technik anklicken, dann unter „Suchen“ Gentechnik eingeben) oder unter www.bio4kids.at/00_framesets/fs_all.htm oder unter www.wasistwas.de

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