Nachrichten | 22.3.2004

In der Schweiz startet Gentech-Feldexperiment

Vor Ablauf der Einsprachefrist begonnen

Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich hat früher als erwartet gentechnisch veränderten (stinkbrandresistenten) Weizen angebaut.

Wegen des einsetzenden Frühlingswetters sei der transgene Weizen schon jetzt ausgesät worden. Ein weiteres Abwarten hätte die Durchführung des Experiments gefährdet, schreibt die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich in einem Communiqué.

Zum Schutz vor Pollen- und Samenverbreitung treffe die ETH "umfangreiche und sehr strenge Sicherheitsmassnahmen". Diese seien in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft ausgearbeitet worden. Fachleute würden das Experiment begleiten. Das Feldexperiment dauert rund vier Monate. Beim Bundesgericht sei keine Beschwerde eingereicht worden, schreibt die ETH.

Die Kleinbauern-Vereinigung bezeicnet den Gentech-Weizen-Versuch der ETH als "Unsinn". Es bestehe kein Bedarf nach stinkbrandresistentem Weizen, da die Krankheit mit biologischer Saatgutbehandlung in Schach gehalten werden könne, schreibt die VKMB in einer Pressemitteilung. Die Kleinbauern-Vereinigung bekräftigt ihren Kampf für ein Moratorium für den kommerziellen Anbau von Gentech-Pflanzen in der Schweiz. Von der ETH in Zürich fordert die VKMB, dass die agronomische Forschung sich nach den Zielsetzungen und Bedürfnissen der Schweizer Landwirtschaft ausrichtet. Dazu gehörten keine transgenen Nutztiere und Pflanzen, schreibt die VKMB.

Die Umweltorganisation Greenpeace fordert die ETH auf, den Versuch abzubrechen und das Saatgut zu vernichten. Die ETH schaffe mit dem Freisetzungsversuch einen forschungspolitischen Präzendenzfall und öffne die Tür für weitere Freisetzungen. Ausserdem ignoriere sie die Bedenken von AnwohnerInnen und Anwohnern sowie von Bauern-, Konsumenten- und Umweltorganisationen. (Quelle: Schweizerbauer)

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