In der Schweiz startet Gentech-Feldexperiment
Vor Ablauf der Einsprachefrist begonnen
Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich
hat früher als erwartet gentechnisch veränderten
(stinkbrandresistenten) Weizen angebaut.
Wegen des einsetzenden Frühlingswetters sei der transgene
Weizen schon jetzt ausgesät worden. Ein weiteres Abwarten
hätte die Durchführung des Experiments gefährdet,
schreibt die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH)
Zürich in einem Communiqué.
Zum Schutz vor Pollen- und Samenverbreitung treffe die
ETH "umfangreiche und sehr strenge Sicherheitsmassnahmen".
Diese seien in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für
Umwelt, Wald und Landschaft ausgearbeitet worden. Fachleute
würden das Experiment begleiten. Das Feldexperiment
dauert rund vier Monate. Beim Bundesgericht sei keine Beschwerde
eingereicht worden, schreibt die ETH.
Die Kleinbauern-Vereinigung bezeicnet den Gentech-Weizen-Versuch
der ETH als "Unsinn". Es bestehe kein Bedarf nach
stinkbrandresistentem Weizen, da die Krankheit mit biologischer
Saatgutbehandlung in Schach gehalten werden könne,
schreibt die VKMB in einer Pressemitteilung. Die Kleinbauern-Vereinigung
bekräftigt ihren Kampf für ein Moratorium für
den kommerziellen Anbau von Gentech-Pflanzen in der Schweiz.
Von der ETH in Zürich fordert die VKMB, dass die agronomische
Forschung sich nach den Zielsetzungen und Bedürfnissen
der Schweizer Landwirtschaft ausrichtet. Dazu gehörten
keine transgenen Nutztiere und Pflanzen, schreibt die VKMB.
Die Umweltorganisation Greenpeace fordert die ETH auf,
den Versuch abzubrechen und das Saatgut zu vernichten. Die
ETH schaffe mit dem Freisetzungsversuch einen forschungspolitischen
Präzendenzfall und öffne die Tür für
weitere Freisetzungen. Ausserdem ignoriere sie die Bedenken
von AnwohnerInnen und Anwohnern sowie von Bauern-, Konsumenten-
und Umweltorganisationen. (Quelle: Schweizerbauer)