"CDU/CSU müssen Verantwortung
übernehmen"
BÖLW mit Forderungen gegenüber
der Opposition
"Gerade konservativen Parteien stünde es gut
an, einer Technologie wie der Agro-Gentechnik Skepsis entgegen
zu bringen und damit die Interessen des Großteils
der Verbraucher und der Landwirte zu berücksichtigen",
erklärte der Vorsitzende des Bund Ökologische
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein
auf dem Kongress der CDU/CSU - Bundestagsfraktion mit dem
Titel "Grüne Gentechnik - Chance für den
Standort Deutschland", die im Reichstag stattfand.
Stattdessen sei zu befürchten, dass aus parteipolitischen
Gründen die Argumentation der Gentechnik-Lobby zur
Ideologie erhoben und kritiklos vertreten werde.
Da derzeit das Gentechnik-Gesetz in der parlamentarischen
Abstimmung in Bundestag und Bundesrat anstehe, müsse
von den Abgeordneten von CDU und CSU gefordert werden, Verantwortung
für Verbraucher und Landwirte zu zeigen. Sie müssten
sich dafür einsetzen, dass das Gesetz wirksamen Schutz
für Anbau und Erzeugung von Lebensmitteln ohne Gentechnik
biete, forderte Löwenstein. Man könne nicht einfach
verlangen, Haftung und wirtschaftliches Risiko von den Gentechnik-Bauern
wegzunehmen ohne darüber nachzudenken, wer diese denn
dann zu tragen haben würde. Sonst seien am Ende die
Bauern, die ohne genmanipulierte Pflanzen wirtschaften wollen,
die Geschädigten, und Verbraucher, die kein Genfood
essen wollen, müssten die Zeche der Gentechnik-Industrie
durch höhere Lebensmittelpreise bezahlen.
Der BÖLW-Vorsitzende machte deutlich, dass sich die
in den Mitgliedsverbänden des BÖLW organisierten
Öko-Bauern, Verarbeiter und Händler von Ökoprodukten
gegen jeden Versuch zur Wehr setzen würden, den Schutz
vor Kontamination mit gentechnisch veränderten Organismen
(GVO) aufzuweichen. Er formulierte die Forderungen des BÖLW,
die auch im Interesse der konventionellen Bauern liegen,
die ebenfalls ohne Gentechnik wirtschaften wollen:
- Haftungsregeln, die jeglichen wirtschaftlichen Schaden
abdecken, der entsteht, wenn landwirtschaftliche Erzeugnisse
aufgrund von GVO-Kontamination nicht mehr als Öko-Produkte
verkauft werden können und mit "Enthält
GVO" gekennzeichnet werden müssen
- Meldepflichten, die eine wirkliche Transparenz darüber
herstellen, wo gentechnisch veränderte Organismen
angebaut werden
- Anbauregeln für GVO-Bauern, die jeglichen Aufwand,
der mit der Einführung des Anbaus verbunden ist,
eindeutig den Verursachern zuordnet und die einen wirksamen
Schutz vor Kontaminationen darstellen.