Nachrichten | 22.3.2004

"CDU/CSU müssen Verantwortung übernehmen"

BÖLW mit Forderungen gegenüber der Opposition

"Gerade konservativen Parteien stünde es gut an, einer Technologie wie der Agro-Gentechnik Skepsis entgegen zu bringen und damit die Interessen des Großteils der Verbraucher und der Landwirte zu berücksichtigen", erklärte der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein auf dem Kongress der CDU/CSU - Bundestagsfraktion mit dem Titel "Grüne Gentechnik - Chance für den Standort Deutschland", die im Reichstag stattfand. Stattdessen sei zu befürchten, dass aus parteipolitischen Gründen die Argumentation der Gentechnik-Lobby zur Ideologie erhoben und kritiklos vertreten werde.

Da derzeit das Gentechnik-Gesetz in der parlamentarischen Abstimmung in Bundestag und Bundesrat anstehe, müsse von den Abgeordneten von CDU und CSU gefordert werden, Verantwortung für Verbraucher und Landwirte zu zeigen. Sie müssten sich dafür einsetzen, dass das Gesetz wirksamen Schutz für Anbau und Erzeugung von Lebensmitteln ohne Gentechnik biete, forderte Löwenstein. Man könne nicht einfach verlangen, Haftung und wirtschaftliches Risiko von den Gentechnik-Bauern wegzunehmen ohne darüber nachzudenken, wer diese denn dann zu tragen haben würde. Sonst seien am Ende die Bauern, die ohne genmanipulierte Pflanzen wirtschaften wollen, die Geschädigten, und Verbraucher, die kein Genfood essen wollen, müssten die Zeche der Gentechnik-Industrie durch höhere Lebensmittelpreise bezahlen.

Der BÖLW-Vorsitzende machte deutlich, dass sich die in den Mitgliedsverbänden des BÖLW organisierten Öko-Bauern, Verarbeiter und Händler von Ökoprodukten gegen jeden Versuch zur Wehr setzen würden, den Schutz vor Kontamination mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aufzuweichen. Er formulierte die Forderungen des BÖLW, die auch im Interesse der konventionellen Bauern liegen, die ebenfalls ohne Gentechnik wirtschaften wollen:

  • Haftungsregeln, die jeglichen wirtschaftlichen Schaden abdecken, der entsteht, wenn landwirtschaftliche Erzeugnisse aufgrund von GVO-Kontamination nicht mehr als Öko-Produkte verkauft werden können und mit "Enthält GVO" gekennzeichnet werden müssen
  • Meldepflichten, die eine wirkliche Transparenz darüber herstellen, wo gentechnisch veränderte Organismen angebaut werden
  • Anbauregeln für GVO-Bauern, die jeglichen Aufwand, der mit der Einführung des Anbaus verbunden ist, eindeutig den Verursachern zuordnet und die einen wirksamen Schutz vor Kontaminationen darstellen.

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