Nachrichten | 22.3.2004

Verunreinigtes Saatgut entdeckt

In Deutschland nicht zugelassen

Bei routinemäßigen Untersuchungen ist bei Händlern Saatgut gefunden worden, das in Spuren mit genetisch veränderten Mais-Samen verunreinigt war. Die Proben werden jährlich im Auftrag des Kieler Umwelt- und Landwirtschaftsministerium genommen. Zwei Proben waren belastet.

In einer Saatgutprobe, die aus den USA stammt, wurde das Konstrukt Bt176 gefunden. Das darf in Deutschland nicht in Verkehr gebracht, also nicht verkauft und ausgesät werden. Die Veränderung soll die Maispflanze resistent gegen Insektenfraß machen.

In einer anderen Probe konnte das Konstrukt MON810 gefunden werden. Dafür gibt es zwar eine Genehmigung zum Inverkehrbringen, die allerdings nur mit einer entsprechenden Kennzeichnung erfolgen darf. Bei der betreffenden Partie fehlte dieser Hinweis. Dieses Saatgut wurde aus Ungarn importiert. Das Ministerium hat die Händler darauf aufmerksam gemacht, dass das mit dem Konstrukt Bt176 verunreinigte Saatgut nicht in den Verkehr gebracht werden darf und schon ausgeliefertes Saatgut von den Landwirten zurückzurufen ist.

Das Landwirtschaftministerium von Schleswig-Holstein empfiehlt Landwirten, grundsätzlich eine Erklärung ihrer Händler einzuholen, dass ihr Saatgut gentechnikfrei ist.

"Wir setzen in Sachen 'Grüne Gentechnik' auf Transparenz und Wahlfreiheit - sowohl für Landwirte als auch für Verbraucher", erklärte der zuständige Minister Klaus Müller. "Und damit verunreinigtes Saatgut nicht auf unsere Äcker kommt, setzen wir auch auf Kontrolle." Deshalb lasse das Ministerium in jedem Frühjahr Saatgut auf Verunreinigungen untersuchen. Müller unterstrich, wie dringlich der von Renate Künast vorgelegte Gentechnikgesetz sei: "Damit hätten wir das Verursacherprinzip. Das heißt alle, die gentechnikfrei bleiben wollen, wären vor etwaigen Schäden zumindest finanziell geschützt."

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