Verunreinigtes Saatgut entdeckt
In Deutschland nicht zugelassen
Bei routinemäßigen Untersuchungen ist bei Händlern
Saatgut gefunden worden, das in Spuren mit genetisch veränderten
Mais-Samen verunreinigt war. Die Proben werden jährlich
im Auftrag des Kieler Umwelt- und Landwirtschaftsministerium
genommen. Zwei Proben waren belastet.
In einer Saatgutprobe, die aus den USA stammt, wurde das
Konstrukt Bt176 gefunden. Das darf in Deutschland nicht
in Verkehr gebracht, also nicht verkauft und ausgesät
werden. Die Veränderung soll die Maispflanze resistent
gegen Insektenfraß machen.
In einer anderen Probe konnte das Konstrukt MON810 gefunden
werden. Dafür gibt es zwar eine Genehmigung zum Inverkehrbringen,
die allerdings nur mit einer entsprechenden Kennzeichnung
erfolgen darf. Bei der betreffenden Partie fehlte dieser
Hinweis. Dieses Saatgut wurde aus Ungarn importiert. Das
Ministerium hat die Händler darauf aufmerksam gemacht,
dass das mit dem Konstrukt Bt176 verunreinigte Saatgut nicht
in den Verkehr gebracht werden darf und schon ausgeliefertes
Saatgut von den Landwirten zurückzurufen ist.
Das Landwirtschaftministerium von Schleswig-Holstein empfiehlt
Landwirten, grundsätzlich eine Erklärung ihrer
Händler einzuholen, dass ihr Saatgut gentechnikfrei
ist.
"Wir setzen in Sachen 'Grüne Gentechnik' auf
Transparenz und Wahlfreiheit - sowohl für Landwirte
als auch für Verbraucher", erklärte der zuständige
Minister Klaus Müller. "Und damit verunreinigtes
Saatgut nicht auf unsere Äcker kommt, setzen wir auch
auf Kontrolle." Deshalb lasse das Ministerium in jedem
Frühjahr Saatgut auf Verunreinigungen untersuchen.
Müller unterstrich, wie dringlich der von Renate Künast
vorgelegte Gentechnikgesetz sei: "Damit hätten
wir das Verursacherprinzip. Das heißt alle, die gentechnikfrei
bleiben wollen, wären vor etwaigen Schäden zumindest
finanziell geschützt."