Nachrichten | 26.3.2004

Bayer will Gen-Reis vermarkten

Das Unternehmen Bayer CropScience hat bei der Europäischen Union eine Importgenehmigung für gentechnisch veränderten Reis beantragt. Dieser Gen-Reis ist gegen das von Bayer hergestellte Herbizid Glufosinat resistent. Die Initiativen Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und Friends of Earth (FoE) haben die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, Widerspruch einzulegen. CBG-Sprecher Philipp Mimkes befürchtet, dass "das weltweit wichtigste Nahrungsmittel in die Hände multinationaler Unternehmen fällt". Dies hätte gefährliche Folgen für die Entwicklungsländer und würde langfristig die weltweite Ernährungssicherheit gefährden.

Die Verbände geben außerdem zu bedenken, dass

  • bislang keine Langzeitstudien zu möglichen Gesundheitsgefahren für Verbraucher durchgeführt wurden;
  • von Bayer durchgeführte Fütterungsstudien an Hühnern von britischen Behörden als "begrenzt aussagefähig" bezeichnet wurden. Untersuchungen an Schweinen ergaben eine veränderte Gewichtszunahme bei Fütterung mit Gen-Reis;
  • sich im Antrag von Bayer keine Abschätzung der Risiken für die fünf EU-Staaten befindet, in denen Reis angebaut wird. Das sind Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich).

Geert Ritsema von Friends of the Earth: "Genmodifizierter Reis stellt ein Gesundheitsrisiko für europäische Verbraucher dar und kann langfristig die Ernährung von Millionen Menschen außerhalb der EU gefährden. Bei der Beurteilung des Antrags der Firma Bayer hat die EU die moralische Verantwortung, diese Risiken mit zu berücksichtigen. Eine Import-Genehmigung nach Europa gibt den multinationalen Konzernen grünes Licht, umweltfeindliche Anbaumethoden in Entwicklungsländer durchzusetzen."

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