Bayer will Gen-Reis vermarkten
Das Unternehmen Bayer CropScience hat bei der Europäischen
Union eine Importgenehmigung für gentechnisch veränderten
Reis beantragt. Dieser Gen-Reis ist gegen das von Bayer
hergestellte Herbizid Glufosinat resistent. Die Initiativen
Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und Friends of Earth
(FoE) haben die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, Widerspruch
einzulegen. CBG-Sprecher Philipp Mimkes befürchtet,
dass "das weltweit wichtigste Nahrungsmittel in die
Hände multinationaler Unternehmen fällt".
Dies hätte gefährliche Folgen für die Entwicklungsländer
und würde langfristig die weltweite Ernährungssicherheit
gefährden.
Die Verbände geben außerdem zu bedenken, dass
- bislang keine Langzeitstudien zu möglichen Gesundheitsgefahren
für Verbraucher durchgeführt wurden;
- von Bayer durchgeführte Fütterungsstudien
an Hühnern von britischen Behörden als "begrenzt
aussagefähig" bezeichnet wurden. Untersuchungen
an Schweinen ergaben eine veränderte Gewichtszunahme
bei Fütterung mit Gen-Reis;
- sich im Antrag von Bayer keine Abschätzung der
Risiken für die fünf EU-Staaten befindet, in
denen Reis angebaut wird. Das sind Italien, Griechenland,
Spanien, Portugal und Frankreich).
Geert Ritsema von Friends of the Earth: "Genmodifizierter
Reis stellt ein Gesundheitsrisiko für europäische
Verbraucher dar und kann langfristig die Ernährung
von Millionen Menschen außerhalb der EU gefährden.
Bei der Beurteilung des Antrags der Firma Bayer hat die
EU die moralische Verantwortung, diese Risiken mit zu berücksichtigen.
Eine Import-Genehmigung nach Europa gibt den multinationalen
Konzernen grünes Licht, umweltfeindliche Anbaumethoden
in Entwicklungsländer durchzusetzen."