| Nachrichten | 10.5.2004 | |
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Bauernprotest gegen Raiffeisen Landwirte fordern ihre Genossenschaft auf, gentechnikfreie Futtermittel anzubieten Vor der Zentrale der Raiffeisen Hauptgenossenschaft in Hannover haben Bauern gegen das Unternehmen protestiert und es aufgefordert, endlich gentechnikfreie Futtermittel anzubieten. Auf der von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschfat (ABL) organisierten Kundgebung kritisierte der Landwirt Cord Pralle aus Soltau den Raiffeisen-Konzern. „Es ist ein Skandal, dass unsere eigene Genossenschaft uns keine gentechnikfreien Futtermittel und kein garantiert gentechnikfreies Saatgut liefern will.“ Die Raiffeisen-Genossenschaft sei ursprünglich von Bauern gegründet worden, um den einzelnen im Handel zu stärken. Nun aber weigere sich die Raiffeisen Hauptgenossenschaft Hannover, den Anforderungen der Landwirte nachzukommen. „Wir brauchen auch als Bauern die Freiheit, uns für verschiedene Futtermittel entscheiden zu können. Ich will meinen Tieren keine genmanipulierten Saaten verfüttern, und für meine Produkte sehe ich einen besonderen Markt. Indem Raiffeisen sich weigert, mir das entsprechende Futter zu liefern, behindert ausgerechnet unsere Landwirteorganisation meine Wahlfreiheit und letztlich damit auch die der Verbraucherinnen und Verbraucher.“ Bauer Pralle berichtete, dass er bei allen Futtermittelhändler in der Region angefragt habe, ob sie ihm Futtermittel ohne Gentechnik verkaufen könnten. Noch immer warten er und seine Berufskollegen auf Angebote. Dabei gibt es aus Brasilien ein ausreichendes Angebot mit zertifiziert gentechnikfreiem Soja. Nur können es die Bauern nicht kaufen, weil die großen Ölmühlen und Futtermittelanbieter nicht bereit sind, die Warenströme streng zu trennen. Statt dessen werden Futtermittel, die Soja enthalten, generell als Gen-Soja-haltig deklariert, auch wenn dies nicht der Fall ist. Der Deutsche Raiffeisenverband hatte bereits Anfang März durch seinen Präsidenten Manfred Nüssel folgendes mitteilen lassen: „GVO- und konventionelle Agrarprodukte werden in den wichtigen Exportländern in der Regel nicht getrennt erfasst, transportiert und vermarktet. GVO-freie Futtermittel sind deshalb auf den internationalen Rohstoffmärkten kaum verfügbar. Aufgrund dieser Marktverhältnisse ist die Forderung an die Landwirte, ausschließlich gentechnik-freie Futtermittel zu verwenden, illusorisch. Die genossenschaftlichen Futtermittel-Hersteller werden auch gentechnik-freie Produkte anbieten. Aufgrund der höheren Beschaffungs- und Logistikkosten haben diese Betriebsmittel allerdings ihren Preis. Wenn sich ein Markt für GVO-freie Futtermittel entwickelt, werden wir diesen Bedarf decken." Bis heute ist Raiffeisen diesem Versprechen, Futtermittel ohne Gen-Soja anzubieten, nicht nachgekommen. |
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