Nachrichten | 13.5.2004

Der Protest zeigt Wirkung

Monsanto verzichtet auf die Vermarktung seines Gen-Weizens

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat mitgeteilt, dass er die Vermarktung seines Gen-Weizens einstellt. Das Getreide ist so manipuliert, dass es gegen das Herbizid Round Up des Konzerns resistent ist. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass die geschäftlichen Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Gen-Pflanzen weniger attraktiv seien. Deshalb wolle man die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung auf neue Gen-Sorten bei Mais, Baumwolle und Ölsaaten konzentrieren.

Ein wichtiger Grund für diese Entscheidung sind massive Proteste von Bauern-, Verbraucher- und Umweltorganisationen, vor allem in Kanada und den USA. Sie hatten gefordert, die Entwicklung von gentechnisch verändertem Getreide einzustellen. Auch der Handel äußerte Vorbehalte gegen die neuen Sorten und die Gefahr für den Markt, falls sich die Gen-Pflanzen mit anderen nicht veränderten Weizensorten vermischten. In einer Umfrage des US-Landwirtschaftsministeriums hatten sich nach Angaben von Greenpeace Kanada nur vier Länder - Peru, Sri Lanka, Pakistan und Jemen – bereit erklärt, Gen-Weizen abzunehmen. Japan, der wichtigste Importeur von US-Weizen, hatte angekündigt, keinerlei Weizen aus einem Land zu akzeptieren, in dem Gen-Weizen angebaut werde.

„Monsanto hat die Realität des Marktes erkannt“, kommentierte Joe Mendelson vom Zentrum für Nahrungsmittelsicherheit in Washington, das sich gegen genveränderte Lebensmittel ausspricht. "Sie treten den Rückzug an." "Das ist ein Sieg für Umwelt, Bauern und Verbraucher“, jubelte Pat Venditti, Genfood-Campaigner von Greenpeace Kanada. „"Die Ablehnung von Gen-Weizen in nahezu jeder Region der Erde hat wieder einmal gezeigt, wie stark der Widerstand gegen Genfood ist.“

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