| Nachrichten | 18.5.2004 | |
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Aussaat verboten! Venezuela will den Anbau von genmanipulierten Pflanzen verbieten Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat angekündigt, sein Land wolle ein Aussaatverbot für gentechnisch verändertes Saatgut erlassen. Das wäre die bisher stärkste Einschränkung für Gen-Pflanzen in der westlichen Hemisphäre. Genauere Details der künftigen Politik sind jedoch noch nicht bekannt. Chavez hatte öffentlich erklärt, die Aussaat genmanipulierter Organismen widerspreche den Interessen der Bauern und Landarbeiter des Landes. Er legte den Plan Monsantos offen, 500.000 Soja-Pflanzen aussäen zu wollen: "Ich habe die Beendigung dieses Projekts angeordnet", sagte Chavez nach Angaben der Internet-Zeitung ngo-online.de. Statt Monsanto die Entwicklung von Gen-Pflanzen zu gestatten, sollen die Anbauflächen nun für die heimische Nutzpflanze Yuca genutzt werden. Außerdem will Chavez eine Saatgutbank indigener Nutzpflanzen einrichten, um so das indianische Saatgut für alle Welt zur Verfügung zu stellen. Der Meinungsumschwung Venezuelas geht laut ngo-online.de auf eine Intervention der internationalen Organisation "Via Campesina" ("Sicht der Bauern") zurück, die mehr als 60 Millionen Landwirte repräsentiert. Sie machte Chavez auf die Problematik aufmerksam, als dieser Vertragsverhandlungen mit Monsanto begann. Laut Rafael Alegria, Sekretär für internationale Operationen von Via Campesina, versuchte außer Monsanto auch der Konzern Cargill die Genehmigung zur Produktion von Gen-Soja in Venezuela zu erlangen. "Wenn wir die Nahrungsmittelsouveränität erlangen wollen", so Maximilien Arvalaiz, Berater von Hugo Chavez, „dürfen wir den Multi Monsanto nicht unterstützen. Wir müssen den lokalen Anbau forcieren und die eigene Artenvielfalt und lokale Ressourcen nutzen." Rafael Alegria von Via Campesina hofft, dass die Entwicklung in Venezuela andere Länder zu Entscheidungen gegen genmanipulierte Organismen inspiriert: "Die Menschen in Lateinamerika, den USA und auf der ganzen Welt sollten dem Beispiel Venezuelas folgen und sich von genmanipulierten Organismen befreien." |
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