Nachrichten | 7.6.2004

Müllermilch klagt gegen Greenpeace

Der Molkereikonzern will Aufklärungskampagne über Gen-Futter stoppen lassen

Die Auseinandersetzung zwischen Greenpeace und Müllermilch haben einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Theo Müller GmbH & Co. KG will gegen die laufende Kampagne der Umweltschutzorganisation gegen Gen-Milch mit einer einstweiligen Verfügung vorgehen. Die mündliche Verhandlung wird am 9. Juni im Landgericht Köln stattfinden. Mit Aktionen vor Supermärkten in über 50 Städten reagierten die Umweltschützer auf das Vorhaben der Großmolkerei.

"Müllermilch will Greenpeace den Mund verbieten und Verbraucheraufklärung zensieren. Dabei lehnt die Mehrheit der Verbraucher Gentechnik im Essen und die Fütterung der Tiere mit genmanipulierten Pflanzen ab", kommentierte Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace, das Vorgehen der Molkerei. "Der Müller-Konzern sollte besser dafür sorgen, dass seine Milchkühe keine Gentechnik mehr erhalten."

Die Müller GmbH, zu deren Marken auch Weihenstephan und Sachsenmilch gehören, bestreitet laut Greenpeace in ihrer Klageschrift nicht, dass die Milchkühe genmanipulierte Futtermittel bekommen. Dennoch will das Unternehmen gerichtlich alle bisherigen Verbraucherinformationen zum Thema durch Greenpeace verhindern. So soll unter anderem die Internet- Seite www.muell-milch.de und eine Mitmachaktion verboten werden, welche die Müller-Werbung mit Dieter Bohlen, den Becher-Girls und dem Kleinen Hunger persifliert. Zudem sollen das Kennzeichnen von Müller-Produkten in Supermärkten mit Warnhinweisen wie "Gen-Milch: Hände weg!" und andere Äußerungen zur Verfütterung von Gen-Pflanzen für Müller-Produkte untersagt werden.

In ihrem Antrag auf eine einstweilige Verfügung behauptet die Müller GmbH, eine gentechnikfreie Fütterung der Milchkühe sei nicht möglich. Diese Aussage ist laut Greenpeace falsch. " Tatsächlich gibt es genügend Futtermittelhersteller, die ausreichend Futter ohne Gen- Pflanzen anbieten", erklärt Ulrike Brendel. „Einige Molkereien sowie Lebensmittelhersteller wie Edeka Nord/Gutfleisch, Du Darfst/Unilever und Wiesenhof produzieren bereits tierische Produkte ohne den Einsatz von Gen-Futter.“

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