Nachrichten | 17.6.2004

Gensoja in Babynahrung

Nestlé füttert russische Babys mit Genfood

Russische Wissenschaftler haben die populärsten Marken für Babynahrung in russischen Supermärkten auf Gen-Verunreinigungen getestet. 70 Prozent der Proben enthielten gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Einige Produkte waren komplett aus GVO hergestellt, berichtete die russische Zeitung Prawda. Als Hersteller der betroffenen Produkte nannte die Prawda Nestlé, Semper und andere weniger bekannte Lebensmittelkonzerne.

Nach Angaben der Zeitung gilt auch in Russland die Regelung, das Produkte gekennzeichnet werden müssen, die mehr als 0,9 Prozent GVO enthalten. Die Wissenschaftler haben aufgrund ihrer Funde an Präsident Putin und die Duma appelliert, ein Moratorium für den Einsatz von GVO in Babynahrung und anderen Lebensmitteln zu erlassen und die betroffenen Unternehmen wegen Verstoßes gegen die Etikettierungsvorschriften zu bestrafen. Dabei steht Präsident Putin im Wort. Noch im Dezember 2003 hatte er erklärt, dass er den Einsatz gentechnisch manipulierter Organismen in Russland ablehne.
Besonders sauer stieß nicht nur russischen Verbraucherschützern auf, dass Nestlé und andere betroffene Hersteller in EU-Ländern versichern, dass ihre Produkte keine Gen-Pflanzen enthielten. Anscheinend würden diese Firmen mit verschiedenen Standards arbeiten, kommentierte die Prawda. „Sie exportieren Produkte einer bestimmten Qualität in einige Länder und Produkte mit einer deutlich niedrigeren Qualität in andere Länder. Es ist nicht schwer zu erraten, dass Russland eines dieser anderen Länder ist.“

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