Nachrichten | 23.7.2004

Neuer Gen-Mais zugelassen

Monsanto-Mais darf in den Futtertrog – und bald in den Kochtopf

Die EU-Kommission hat die gentechnisch veränderte Maissorte NK 603 von Monsanto für den Einsatz als Futtermittel zugelassen. Dem Mais wurde im Labor ein Genabschnitt eingebaut, der ihn gegen das Monsanto-Pestizid Roundup Ready resistent macht. Greenpeace-Experte Christoph Then kritisierte in der taz: "In der Autobranche würde ein derart unausgereiftes Produkt niemals zugelassen." NK 603 sei technisch mangelhaft. Umweltkommissarin Margot Wallström dagegen hält den Gen-Mais für völlig sicher. Der Mais werde in vielen Teilen der Welt bereits angebaut, etwa in den USA und Kanada, sagte sie. Dort hätten sich Bedenken gegenüber Pflanzen aus dem Genlabor nicht bestätigt. Berichte über Gefahren für Mensch und Umwelt gebe es nicht. Argentinien hat zeitgleich den Anbau von NK 603 – Mais für den Herbst genehmigt. Argentinien liefert jährlich etwa 1,5 Milionen Tonnen Mais und Maisfutter in die EU.

NK 603 wird voraussichtlich auch bald als Lebensmittel erlaubt werden - und gemahlen in Tortilla-Chips oder Schokoriegeln auftauchen. Die EU-Agrarminister konnten sich nicht mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit für oder gegen eine Zulassung festlegen. Es gab das inzwischen übliche Patt. Nun kann die EU-Kommission nach drei Monaten ohne Rücksicht auf die ablehnende Haltung vieler Mitgliedsstaaten eigenständig entscheiden. Wahrscheinlich wird sie dann auch die Einfuhr und Verwendung des Monsanto-Maises als Lebensmittel genehmigen.

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