| Nachrichten | 10.8.2004 | |
|
Kellogs gegen Gen-Mais In den USA wächst der Widerstand gegen Pharma-Pflanzen Das US-Unternehmen ProdiGene möchte in Frio County, Texas, Gen-Mais anbauen, der die zwei Arzneistoffe Trypsin und Aprotinin produzieren soll. Diese Pläne sind auf massiven Widerstand der Grocery Manufacturers of America gestoßen. Zu diesem Lobbyverband gehören große Lebensmittelmarken wie Kelloggs, General Mills, Kraft und Gerber. Diese Mais verarbeitenden Firmen befürchten, dass Erbgut aus dem Pharma-Mais ihre Produkte verunreinigen könnte. Dabei erinnern sie an den Starlink-Skandal vor drei Jahren, als ein nur als Futtermittel zugelassener Gen-Mais plötzlich in Lebensmitteln auftauchte. Weil allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen werden konnten, war eine aufwändige Rückrufaktion die Folge. Bis heute tauchen immer wieder Starlink-Verunreinigungen auf. Zudem ist der Firma ProdiGene vor zwei Jahren schon einmal Pharma-Mais aus einem Versuchsfeld ausgebüxt. Das Erbgut des Gen-Maises fand sich trotz angeblich strenger Sicherheitsvorkehrungen im Futtersilo eines Schweinemästers. Die Lebensmittelhersteller fordern nun von der US-Lebensmittelbehörde FDA, dass sie den Anbau von Pharma-Pflanzen erst erlaubt, wenn sie nachgewiesen hat, dass diese gesundheitlich unbedenklich sind. Dann nämlich wären Verunreinigungen in Lebensmitteln kein Rückrufgrund mehr. Bereits im Frühjahr hatte es von Reisanbauern heftige Widerstände gegen die Pläne des US-Unternehmens Ventria gegeben, in Kalifornien Pharma-Reis anzubauen. Der Reis sollte die Eiweißverbindungen Lactoferrin und Lysozym produzieren. Die Pläne mussten um ein Jahr verschoben werden, sind aber noch nicht vom Tisch. Eine große Koalition von Umwelt- und Verbraucherverbänden kämpft für ein vorläufiges Verbot von Pharma-Pflanzen in Kalifornien. Das britische Institute for Science in Society (ISIS) fordert ein weltweites Moratorium für den kommerziellen Anbau und alle Freisetzungsversuche mit solchen Pflanzen. Erst müssten mögliche Nachteile und Gefahren ausführlich erforscht werden. |
|



