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Fertig zum Ausschwärmen
Forscher manipulieren auch Bienen und Malaria-Mücken
– Freisetzungsversuche stehen an
Gentechnik-Foscher machen nicht bei Pflanzen halt. Seit
Jahren experimentieren sie auch mit Tieren. Bisher lag die
öffentliche Aufmerksamkeit bei Kühen, die mit Hilfe
von Wachstumshormonen mehr Milch produzieren oder bei rasch
wachsenden und riesigen Gen-Lachsen, die US-Firmen gerne in
Farmen züchten würden. Weitgehend unbemerkt blieben
Forschungen an Insekten. Die US-Stiftung "Pew Initiative
on Food and Biotechnology" stellte auf einer Tagung eine
Reihe von Arbeiten vor.
- Bei Bienen arbeiten Forscher in Japan und den USA daran,
die Tiere resistent gegen Insektizide zu machen. Damit soll
vermieden werden, daß die Bienen durch die in der
industrialisierten Landwirtschaft versprühten Gifte
geschädigt werden. Auch Resistenzen gegen Krankheiten
und Parasiten sollen auf die Nützlinge übertragen
werden.
- Mit gentechnisch manipulierten Anopheles-Mücken
wollen Wissenschaftler der Universität von Kalifornien
die Malaria eindämmen. Die Mücken übertragen
mit ihren Stichen die Malaria-Erreger. Sie sollen nun so
manipuliert werden, dass ihr Organismus Eiweiße und
spezielle Giftstoffe produziert, die den Erreger bereits
in der Mücke erkennen, abtöten und damit unschädlich
machen. Gearbeitet wird auch daran, das Erbgut der Mücken
so zu ändern, dass sie zukünftig Immuneiweiße
gegen die Malaria produzieren. Ein Stich, bei dem diese
Eiweiße auf den Menschen übertragen werden, wäre
dann eine Art Impfung.
- Weitere Forschung befassen sich mit Nützlingen,
wie sie im Bio-Anbau gegen Schadinsekten eingesetzt werden.
Diese Nützlinge sollen mit Hilfe der Gentechnik fruchtbarer
und widerstandsfähiger gemacht werden, so dass sie
schneller mit den Schadinsekten fertig werden.
- Seidenraupen sollen nach den Visionen der Wissenschaftler
so umgebaut werden, dass sie in Zukunft seltene aber pharmazeutisch
interessante Eiweiße produzieren.
Die Pew-Initiative geht davon aus, dass schon in drei bis
fünf Jahren die ersten großen Freisetzungsversuche
anstehen. Sie diskutierte deshalb auf der Tagung auch die
biologischen, juristischen und bioethischen Fragen, die mit
einer Freisetzung solcher Gen-Insekten verbunden sind. Denn
Risikoforschung in diesem Bereich wird bisher kaum betrieben.
Die Gefahr, dass sich bei Freisetzungen die Tiere in der Umwelt
unkontrolliert vermehren, ist sehr groß. Die Initiative
forderte deshalb gesetzliche Bestimmungen, um das Risiko zu
verringern.
Den Stand der Diskussion beschreibt der Report „Bugs
in the System“
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