Nachrichten | 29.9.2004

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Forscher manipulieren auch Bienen und Malaria-Mücken – Freisetzungsversuche stehen an

Gentechnik-Foscher machen nicht bei Pflanzen halt. Seit Jahren experimentieren sie auch mit Tieren. Bisher lag die öffentliche Aufmerksamkeit bei Kühen, die mit Hilfe von Wachstumshormonen mehr Milch produzieren oder bei rasch wachsenden und riesigen Gen-Lachsen, die US-Firmen gerne in Farmen züchten würden. Weitgehend unbemerkt blieben Forschungen an Insekten. Die US-Stiftung "Pew Initiative on Food and Biotechnology" stellte auf einer Tagung eine Reihe von Arbeiten vor.

  • Bei Bienen arbeiten Forscher in Japan und den USA daran, die Tiere resistent gegen Insektizide zu machen. Damit soll vermieden werden, daß die Bienen durch die in der industrialisierten Landwirtschaft versprühten Gifte geschädigt werden. Auch Resistenzen gegen Krankheiten und Parasiten sollen auf die Nützlinge übertragen werden.
  • Mit gentechnisch manipulierten Anopheles-Mücken wollen Wissenschaftler der Universität von Kalifornien die Malaria eindämmen. Die Mücken übertragen mit ihren Stichen die Malaria-Erreger. Sie sollen nun so manipuliert werden, dass ihr Organismus Eiweiße und spezielle Giftstoffe produziert, die den Erreger bereits in der Mücke erkennen, abtöten und damit unschädlich machen. Gearbeitet wird auch daran, das Erbgut der Mücken so zu ändern, dass sie zukünftig Immuneiweiße gegen die Malaria produzieren. Ein Stich, bei dem diese Eiweiße auf den Menschen übertragen werden, wäre dann eine Art Impfung.
  • Weitere Forschung befassen sich mit Nützlingen, wie sie im Bio-Anbau gegen Schadinsekten eingesetzt werden. Diese Nützlinge sollen mit Hilfe der Gentechnik fruchtbarer und widerstandsfähiger gemacht werden, so dass sie schneller mit den Schadinsekten fertig werden.
  • Seidenraupen sollen nach den Visionen der Wissenschaftler so umgebaut werden, dass sie in Zukunft seltene aber pharmazeutisch interessante Eiweiße produzieren.

Die Pew-Initiative geht davon aus, dass schon in drei bis fünf Jahren die ersten großen Freisetzungsversuche anstehen. Sie diskutierte deshalb auf der Tagung auch die biologischen, juristischen und bioethischen Fragen, die mit einer Freisetzung solcher Gen-Insekten verbunden sind. Denn Risikoforschung in diesem Bereich wird bisher kaum betrieben. Die Gefahr, dass sich bei Freisetzungen die Tiere in der Umwelt unkontrolliert vermehren, ist sehr groß. Die Initiative forderte deshalb gesetzliche Bestimmungen, um das Risiko zu verringern.

Den Stand der Diskussion beschreibt der Report „Bugs in the System“

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