Nachrichten | 3.8.2005

Raps-Gen im Senf

Wilder Senf wird durch Gen-Rapsgen zum Superunkraut

Britische Forscher haben auf einem Feld wilden Senf (Sinapis arvensis) gefunden, der herbizidresistent war. Eine Untersuchung der Pflanze ergab, dass der Senf das Erbgut einer gentechnisch herbizidresistend gemachten Rapssorte enthielt. Damit haben die Wissenschaftler erstmals nachgewiesen, was bisher nur als theoretisches Risiko galt. Gen-Raps kann seine Eigenschaften durch Pollenflug auch auf weit entfernt verwandte Arten wie den Senf übertragen. Weil diese Pflanzen dadurch einen Vorteil im Überlebenskampf haben, könnten sie sich schnell ausbreiten und zu einem neuen Superunkraut werden. Da der Pollen von Gen-Raps sehr leicht ist, kann er mit dem Wind über 20 Kilometer weit transportiert werden.

Das Gen-Rapsgen im Senf stammte nicht aus kommerziellem Anbau, sondern aus einer groß angelegten Studie zu den Auswirkungen von genmanipulierten Pflanzen auf die Artenvielfalt. Im Rahmen dieser von der britischen Regierung initiierten Untersuchung wurden drei Jahre lang 273 Versuchsfelder quer über das Land verteilt mit Mais, Raps und Rüben bepflanzt. Eine Ackerhälfte bestellten die Farmer mit konventionellen Sorten, die andere mit herbizidresistenten Gen-Sorten. Die Auswertung ergab, dass auf den Gen-Äckern deutlich weniger Blütenpflanzen wuchsen und – wegen Nahrungsmangel – auch deutlich weniger Schmertterlinge und Bienen lebten. 2003 endete der Versuchsanbau. Ein Jahr später untersuchten Wissenschaftler des staatlichen Centers for Ecology und Hydrology die Versuchsflächen und ihre Umgebung. Dabei stießen sie auf den herbizidresistenten wilden Senf.

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