Nachrichten | 4.8.2005

Monsanto will Welt-Monopol auf Schweinezucht

Greenpeace: Missbrauch des Patentrechts

Nach Recherchen von Greenpeace hat der US-amerikanische Gentech-Konzern Monsanto weltweit Patente auf Schweinezucht angemeldet, die zum Teil übliche Verfahren zur Züchtung aber auch die Schweine selbst umfassen.

Die Patentanmeldungen mit den Nummern WO 2005/017204 und WO 2005/015989 wurden bei der Weltpatentbehöre in Genf für mehr als 160 Länder angemeldet und sind dort seit Februar 2005 im Register verzeichnet. Auch in Europa soll das Patent erteilt werden. Die Ansprüche umfassen die Kombination normaler Kreuzungsverfahren sowie die Untersuchung der Schweine auf natürliche Gen-Varianten, die zu schnellerem Wachstum führen sollen. Beansprucht werden ganze Schweineherden und deren Nachkommen.

Die Recherchen der Umweltschützer zu den Patentanmeldungen sind auf einer Pressekonferenz in Indien vorgestellt worden. Dort warnte Greenpeace gemeinsam mit verschiedenen indischen Organisationen vor der zunehmenden Kontrolle der Lebensmittelproduktion durch Patente auf Leben. "Hier geht es nicht um den Schutz von Erfindungen. Monsanto hat weder die Schweine noch deren Zucht erfunden", sagte Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. Der Konzern missbrauche das Patentrecht, um weltweit alle Stufen der Nahrungsmittelerzeugung zu beherrschen.

Vor diesem Hintergrund hat Greenpeace eine internationale Online-Aktion gegen die Patentmonopole von Monsanto gestartet. In Protestbriefen wird der Konzern aufgefordert, die jetzt bekannt gewordenen Patente sofort zurückzuziehen.

"Die Nutzung der biologische Vielfalt, das Züchten von Tiere, der Anbau von Pflanzen wird nur den Interessen des Konzerns unterworfen. Aus Monopolen werden Monokulturen. Die Zukunft der Welternährung braucht aber die Vielfalt," so Then, "Die Profitgier der Multis bedroht unsere Lebensgrundlagen."

Monsanto sei unter anderem für seine aggressive Vermarktungsstrategien bei Gen-Pflanzen sowie für weit reichende Monopole im Saatgutbereich bekannt. Vor allem die Art und Weise, wie der Konzern sein Monopol auf genmanipulierte Sojabohnen bis hin zur systematischen gerichtlichen Verhandlung von Landwirten umsetze, stoße weltweit auf Kritik, so Greenpeace.

Jüngst wurde bekannt, dass Monsanto über die Zollbehörden in Europa spezielle Schiffsladungen kontrollieren läßt, um zusätzliche Lizenzgebühren für den Anbau von Gen-Soja in Argentinien zu kassieren. Auf der Grundlage eines Patentes, das vom Europäischen Patentamt bereits erteilt wurde, soll jetzt beim Import der Ernte der argentinischen Landwirte nach Europa abkassiert werden, weil in Argentinien die Patentierung von Saatgut verboten ist. Entsprechende Gerichtsverfahren hat Monsanto bereits eingeleitet.

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