Nachrichten | 8.8.2005

Bio-Bauern fürchten um ihre Existenz

Angst, bald keine Gentechnik-Freiheit mehr garantieren zu können

In Deutschland wurden in diesem Jahr rund 300 Hektar Gen-Mais ausgesät. Benachbarte Landwirte und Imker in den betroffenen Regionen sowie der Handel sind besorgt, wie sie ihre Produkte vor Verunreinigungen schützen können.

Auch wenn die 300 Hektar Gen-Mais verglichen mit einer Gesamtanbaufläche für Mais von rund 1,7 Millionen Hektar nicht viel sind, gibt es bei Kritikern Unruhe, weil es gibt kaum wissenschaftliche Studien darüber, ob und wie der gleichzeitige Anbau genveränderter Pflanzen und gentechnikfreier Erzeugnisse langfristig funktionieren kann.

Die Erbinformationen genmanipulierter Pflanzen können auf andere Kulturpflanzen und wilde Verwandte übergehen. Selbst größere Sicherheitsabstände zu benachbarten Gen-Anbauflächen bieten keinen sicheren Schutz. Insekten und Wind transportieren den Pollen über große Distanzen. Der Samen der Pflanzen kann von Tieren verschleppt werden oder beim Abtransport vom Feld aus undichten Hängern rieseln. Und das ist keine bloße Theorie, wie Erfahrungen aus Kanada zeigen. Dort können Biobauern keinen Raps mehr anbauen. Selbst wenn sie sauberes Saatgut verwenden, wächst Unkrautraps aus den Vorjahren mit, in den der Gen-Pollen der Nachbarn eingetragen wurde. Das ist nicht zu verhindern. Da es in Kanada keine Haftungsregeln gibt, bleiben die betroffenen Biobauern auf dem Schaden sitzen.

Bei einem möglichen Regierungswechsel im Herbst droht auch in Deutschland eine ähnliche Entwicklung. Denn die konservativen Parteien haben angekündigt, die Punkte aufzuweichen oder zu streichen, die dem Schutz der Landwirtschaft ohne Gentechnik dienen. Werden in Deutschland verstärkt Gen-Pflanzen angebaut, ist zu befürchten, dass die gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zunächst teurer und langfristig aus biologischen Gründen unmöglich werden. Einen ausführlichen Artikel über die Hintergründe zur Entwicklung der grünen Gentechnik ist jetzt im Augustheft der Fachzeitschrift UGB-Forum. Ein Probe-Abo gibt es unter www.ugb.de/probeabo oder direkt beim Herausgeber: Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V., Tel.: 0641/80896-0.

powered by