Nachrichten | 26.8.2005

Koexistenz klappt nicht

Neue Fälle von Verunreinigungen in China und Australien

In China ist nicht zugelassener genmanipulierter Reis in den Handel gelangt. Das weltweit tätige Analyse-Unternehmen GeneScan fand den Genreis in mehreren Proben aus der Stadt Wuhan und der südlichen Provinz Guangdon. Chuck Ng, Geschäftsführer der chinesischen Filiale von Genescan sagte den Nachrichtendienst GMWatch: „Ich glaube, dieser Gen-Reis ist zumindest in den mittleren oder südlichen Regionen Chinas weit verbreitet. Das chinesische Landwirtschaftsministerium teilte mit, es wisse nichts von derartigen Vorkommnissen. Bereits vor einem halben Jahr hatte Greenpeace China vor illegal gehandeltem Gen-Reis in China gewarnt. Laut dem Europäischen Amt für Statistik, Eurostat, importierte Deutschland im Jahr 2003 337 Tonnen Reis aus China. Ob auch Gen-Reis auf den deutschen Markt gelangt ist, ist bisher nicht bekannt.

In Australien fanden sich Spuren von gentechnisch verändertem Saatgut in herkömmlich angebautem Raps. Bei dem Gen-Raps handelte es sich um die von Bayer CropScience entwickelte Sorte Topas 19/2.. In Australien ist die Sorte für die Verwendung in Lebensmitteln nicht zugelassen und wird nicht kommerziell angebaut. Greenpeace Australien vermutet Bayer-Versuchsfelder im australischen Bundesstaat Victoria oder kontaminiertes Saatgut aus den USA als Quelle der Verunreinigung. Bayer selbst bezeichnete laut Greenpeace nach Bekanntwerden des Skandals Verunreinigungen als unvermeidlich.

Im bisher gentechnikfreien Neuseeland schlug das Landwirtschaftsministerium Alarm, weil Tausende Tonnen als Lebensmittel vorgesehener Mais gentechnisch verunreinigt waren. Wie sich herausstellte, stammte das genmanipulierte Erbgut von Gen-Sojabohnen, mit denen der Mais bei der Lagerung in Kontakt kam.

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