Nachrichten | 26.8.2005

Ran an die Fördertöpfe

EU Gentech-Verbände werben für Forschungsgelder

Die europaweiten Gentechnik-Lobbyverbände EuropaBio und EPSO haben eine Forschungs-Agenda „Plants for the Future“ vorgestellt. Das Papier definiert die strategischen Forschungsziele der Pflanzenwissenschaften für die kommenden 20 Jahre. Mit seiner Hilfe wollen sich Biotech-Firmen und Forschungsinstitute einen möglichst großen Teil der 2,5 Milliarden Euro sichern, die im nächsten EU Forschungsrahmenprogramm für den Bereich Ernährung, Landwirtschaft und Biotechnologie vorgesehen sind. Die Vorlage lieferte ein bereits im Juli 2004 vorgestelltes gleichnamiges Visionspapier des EU-Forschungskommissars. Nun wollen die Initiatoren mit ihrer Agenda auch bei den EU-Mitgliedsstaaten für Unterstützung werben.

Die Ziele der Agenda klingen gut: Gesunde, sichere und ausreichende Lebens- und Futtermittel; nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, „grüne“ Produkte aus Pflanzen. „Doch um diese Ziele zu erreichen, scheint es nur einen Weg zu geben: die gentechnische Manipulation von Pflanzen“, kritisiert der Deutsche Naturschutzring DNR die Forschungs-Agenda. Der Verband moniert, dass die beiden Lobbyverbände nur Befürworter der Biotechnologie eingeladen hätten, kritische Akteure hingegen ausgeschlossen blieben. „Einzig die europäische Verbraucherschutzorganisation BEUC hatte „Beobachterstatus“ im Rahmen des Prozesses. Begründete Bedenken gegen die weitere Forcierung grüner Gentechnik wurden nicht gehört. Mit einem demokratischen Prozess hat das nichts mehr zu tun.“ Hätten die EU-Bürger das Wort, würden sie diese Forschungsagenda nicht gutheißen, argumentiert der DNR-EU-Koordinator Daniel Unsöld. Schließlich seien laut einer aktuellen Umfrage der EU-Kommission 54 Prozent der EU-Bürger absolut gegen Gentechnik, nur 14 Prozent sehen in ihr kein Risiko. „Es ist unverantwortlich, dass immer mehr Gelder in die Grüne Gentechnik investiert werden statt in die konventionelle Züchtung, deren oft über die Leistungen gentechnisch manipulierter Pflanzen gehende Erfolge nicht mehr wahrgenommen werden.“

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