Nachrichten | 7.9.2005

Round up:

Frosch-Tod von Monsanto

Das von Monsanto hergestellte Pestizid Round up tötet bereits in geringen Konzentrationen Frösche und Kaulquappen. Dies haben Forscher der Universität Pittsbourgh herausgefunden. Sie vermuten, dass das weit verbreitete Pestizid dadurch zu dem in den letzten Jahren beobachteten auffälligen Artenrückgang bei Amphibien beigetragen hat. Der Konzern vertreibt das Gift auch zusammen mit genmanipulierten, Round up-resistenten Pflanzen.

Bisher galt Round up als nicht schädlich für Amphibien. Die Wissenschaftler simulierten in ihren Versuchen das versehentliche Übersprühen eines 1000-Liter-Tümpels bei einem Einsatz des Herbizids. Nach drei Wochen waren 97 Prozent der Kaulquappen in dem Teich tot. Bei einem Drittel der Wirkstoffmenge gingen 71 Prozent der Tiere zugrunde. Die Giftigkeit änderte sich auch nicht, wenn das Pestizid nicht direkt ins Wasser gelangte, sondern sich vorher im Boden verteilte. Wurden Frösche an Land mit einer üblichen Anwendungsdosis besprüht, starben bis zu 86 Prozent von ihnen noch am gleichen Tag. Die tödliche Wirkung auf die Amphibien hatte dabei nicht das eigentliche Herbizid Glyphosat, sondern der Wirkstoff Tallowamin, der hinzugefügt wird, damit das Herbizid in die Blätter der Pflanzen eindringt.

Monsanto verteidigte sich mit dem Argument, die Versuche würden kein realistisches Szenario darstellen und die verwendeten Mengen seien zu hoch. Der Pittsburgher Biologe Rick Relyea hielt dem entgegen, er habe sich an die Gebrauchsanweisung gehalten. Das Herbizid ist in Deutschland ohne Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern zugelassen. In großflächigen Landwirtschaften wie in den USA wird es vom Flugzeug versprüht. Die Kontamination kleiner Gewässer ist dabei unvermeidlich. Roundup ist das meist verkaufte Pestizid der Welt und für Monsanto ein sehr profitables Geschäft.

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