Nachrichten | 12.9.2005

Erfolgreich getafelt

6.000 Menschen beim größten Bio-Frühstück der Welt

In 146 Städten zwischen Kiel und Friedrichshafen, Dresden und Köln tafelten am Sonntag Menschen aus allen Berufen und politischen Lagern genussvoll für Bio und gegen Gentechnik. In Berlin trafen sich trotz Dauerregen 6000 Menschen zum „größten Bio-Frühstück der Welt“ auf dem Schlossplatz. In nahezu allen Landeshauptstädten, aber auch in vielen kleinen Städten, bestimmten am 11. September lange weiß gedeckte Tafeln das Bild auf zentralen Plätzen. Insgesamt haben sich nach Schätzungen der Veranstalter über 20.000 menschen an der Aktion beteiligt. Prominenteste Teilnehmerin war Verbraucherministerin Renate Künast die sich auf dem Hamburger Gänsemarkt zu Tisch setzte.

Initiiert hatte die Aktion, an der sich zahlreiche Bio- und Umweltverbände beteiligten, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Dessen Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein, zeigte sich über die große Resonanz erfreut - gerade angesichts der aktuellen Diskussion um das Gentechnikgesetz. Im Hinblick auf einen möglichen Regierungswechsel bezeichnete er es als „Skandal, dass die Union offenbar plant, für Kontaminationsschäden durch die Gentechnik den Steuerzahler aufkommen zu lassen“. Dabei bestätigten die jüngsten Umfragen des Forsa Institutes, dass über 75 Prozent der Verbraucher Gentechnik im Essen ablehnen, fügte er hinzu. Die Parteien müssten verstehen, dass der Schutz der Landwirtschaft und der Verbraucher vor Gentechnik Vorrang haben müsse vor den wirtschaftlichen Interessen einer Hand voll von Unternehmen der Gentechnikindustrie“, warnte Löwenstein.

In Berlin war das Frühstück wegen des nassen Wetters eigentlich kurzfristig abgesagt worden. Jedoch hatte sich laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AP der Schlossplatz in Berlin-Mitte bereits um 11 Uhr mit rund 2.000 Menschen gefüllt. Kurzerhand wurden deshalb die Tische doch noch im Akkord gedeckt. Bereits um 12 Uhr wurden die genfreien Lebensmittel knapp. Das Berliner Bio-Frühstück war kostenlos. Es wurde durch die Spenden von 39 Sponsoren aus der Biobranche finanziert. 375 Frühstückstische waren gedeckt mit Bioprodukten aus der Region: 3.000 Brötchen, 4.000 Scheiben Brot, 6.000 Scheiben Wurst, 5.000 Scheiben Käse, 190 kg Aufstrich, 94 kg Butter, 75 kg Margarine, 280 kg Müsli, 1.125 Bananen, 1.125 Äpfel, 150 kg Trauben, 375 Liter Milch, 300 Liter Tee und 400 Liter Kaffee wurden verzehrt.

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