Nachrichten | 5.10.2005

Bald Gen-Reis im Reich der Mitte?

China berät im November über die Zulassung von vier Sorten

Die chinesische Aufsichtsbehörde für gentechnisch verändertes Saatgut wird im November über die Zulassung von vier Gen-Reissorten beraten. Dies meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf staatliche chinesische Medien. Reuters hält es für wahrscheinlich, dass die Zulassung erteilt wird, da die Regierung die Produktionsmengen erhöhen und das zunehmende Wohlstandsgefälle zwischen Stadtbewohnern und Bauern verringern wolle. Die Befürworter einer Zulassung verweisen dabei auf einen großen Anbauversuch mit über 300 Betrieben. Darin habe sich gezeigt, dass genmanipulierter Reis leicht erhöhte Erträge bringe und den Pestizidverbrauch deutlich reduzieren könne.

Die Datenbank www.transgen.de teilte ohne Quellenangabe mit, dass chinesische Wissenschaftler und Umweltexperten keine rasche Zulassung erwarten. Sie hätten versichert, die Regierung wolle kein Risiko eingehen. Sie prüfe alle Gen-Reislinien sorgfältig auf ihre Sicherheit und mögliche Umweltauswirkungen. Mit einer Entscheidung sei in diesem Jahr nicht zu rechnen.

Bereits im vergangenen Herbst hatte es ähnliche Ankündigungen gegeben. Damals teilte das chinesische Landwirtschaftsministerium mit, es sei noch für keine der Gen-Reislinien die Sicherheitsbewertung abgeschlossen. Bis zur Freigabe für die kommerziellen Nutzung könne es noch mehrere Jahre dauern. Solange wollen zumindest einige chinesische Bauern nicht warten. Die Umweltorganisation Greenpeace entdeckte bereits im Sommer im südchinesischen Getreide-Großhandel gentechnisch veränderten Reis - ohne Zulassung.

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