Nachrichten | 12.10.2005

Rumänien

Gen-Soja außer Kontrolle

Rumänische Landwirte bauen illegal und in großem Stil genmanipulierte Sojabohnen von Monsanto an. Dies meldete die Umweltorganisation Greenpeace. Sie belegte dies mit eigenen Untersuchungen und den Aussagen des ehemaligen Rumänien-Geschäftsführers des Konzerns.

Als einziges Land in Europa erlaubt Rumänien den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen. Insgesamt wurde dort in diesem Jahr auf etwa 140.000 Hektar Soja angebaut, die Hälfte davon ist laut Greenpeace offiziell als „gentechnisch verändertes Soja“ registriert. Nach Aussagen der Landwirtschaftsverbände und des ehemaligen rumänischen Monsanto-Direktors Dragos Dima, seien jedoch bis zu 90 Prozent der Sojapflanzen genmanipuliert. Landesweite Untersuchungen der Umweltschützer hatten ergeben, dass in mindestens zehn der 42 rumänischen Landkreise ohne Wissen der zuständigen Behörden genmanipulierte Roundup-Ready-Sojabohnen des Agrarkonzerns Monsanto angebaut wurden.

„Die rumänische Gentechnik-Gesetzgebung ist sehr rückständig und meilenweit entfernt von der Übernahme aller EU-Normen“, kritisierte Greenpeace. „In der Regel können nicht einmal die geltenden Vorschriften von den Behörden überprüft werden, weil niemand für die Durchführung von Kontrollen zuständig ist und keine zertifizierten Labors für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung stehen.“ Während ihrer Arbeit in Rumänien hätten die Greenpeace-Experten durch Zufall auch entdeckt, dass in Forschungseinrichtungen illegale Versuche mit gentechnisch veränderten Pflaumen und Kartoffeln durchgeführt würden.

Bei der Vorstellung des Berichts über Gen-Soja in Rumänien präsentierte Greenpeace den früheren rumänischen Monsanto-Direktor Dragos Dima als Kronzeugen. Er sagte: "Im Jahr 1998, ein Jahr bevor die erste Gen-Soja in Rumänien angepflanzt wurde, habe ich die Geschäftsleitung von Monsanto gewarnt: Weder das Land Rumänien noch Monsanto waren in der Lage, den Gentechnik-Anbau zu beobachten und zu kontrollieren. Leider ohne Erfolg. Wegen der Ignoranz Monsantos habe ich die Firma im selben Jahr verlassen". Sieben Jahre habe er sich wegen der Auflage einer Schweigepflicht nicht zur Ausbreitung der Gen-Saaten geäußert.

Greenpeace forderte die rumänischen Behörden auf, weiteren Schaden für die rumänische Landwirtschaft abzuwenden und den Anbau von Gen-Pflanzen zu untersagen.

Eine Zusammenfassung des Greenpeace-Berichts über Gen-Soja in Rumänien

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