Nachrichten | 19.10.2005

Die Saatgut-Multis

Zehn Konzerne teilen sich die Hälfte des Weltmarktes

In den letzten beiden Jahren hat sich die Konzentration auf dem Markt für Saatgut weiter fortgesetzt. Das kanadische Umwelt-Institut ETC Group hat eine Rangliste der größten Unternehmen veröffentlicht und festgestellt, dass zehn Firmen bereits die Hälfte des weltweit auf etwa 21 Milliarden US-Dollar geschätzten Umsatzes mit Saatgut machen. Auf das Konto einiger dieser Konzerne geht auch das Geschäft mit gentechnisch verändertem Saatgut, das Experten insgesamt auf 4,7 Milliarden Dollar schätzen.

Größter Saatgutlieferant – konventionell und bei Gen-Saaten – ist Monsanto. Der US-Konzern hat im Frühjahr 2005 den Mitbewerber Seminis übernommen, der Marktführer bei Saatgut für Gemüse ist. Damit hat Monsanto den Konkurrenten Dupont/Pioneer abgehängt. Auf den Plätzen folgen Syngenta, Limagrain und KWS.

Die 10 größten Saatgut-Anbieter weltweit

Unternehmen Umsatz 2004 in Millionen $
1. Monsanto + Seminis (USA) 2.803 (2.277 +526)
2. Dupont/Pioneer (USA) 2.600
3. Syngenta (Schweiz) 1.239
4. Groupe Limagrain (Frankreich) 1.044
5. KWS (Deutschland) 622
6. Land O’ Lakes (USA) 538
7. Sakata (Japan) 416
8. Bayer Crop Science (Deutschland) 387
9. Taikii (Japan) 366
10. DLF-Trifolium (Dänemark) 320
11. Delta & Pine Land (USA) 315

In ihrem Bericht weist die ETC Group darauf hin, dass die Kontrolle weniger Unternehmen über das Saatgut massive Auswirkungen auf die Nahrungsmittelsicherheit haben kann. Manager und Eigentümer der Konzerne hätten den Sharholder-Value im Blick und nicht die Sicherheit der Nahrungsversorgung. Dies zeigt sich nach Meinung der Umweltschützer auch daran, dass immer mehr Staaten auf Druck der Saatgutkonzerne hin gesetzliche Vorschriften erlassen, mit deren Hilfe die traditionell übliche kostenlose Wiederaussaat durch die Bauern verboten wird.

Der Bericht verweist auch auf eine Studie des US-Landwirtschaftsministeriums, der zufolge mit dem Konzentrationsprozess die Aufwendungen der Branche für Forschung und Entwicklung zurückgegangen sind. „Das Ergebnis der Konzentration sind also entgegen den Behauptungen der Saatgutindustrie nicht mehr sondern weniger Innovationen. Letztendlich bedeutet ein stark konzentrierter Saatgutmarkt nicht mehr Auswahl für den Bauern, sondern weniger.“

Der ETC-Bericht „Global Seed Industry Concentration – 2005“ im Original

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