Nachrichten | 17.11.2005

EU lässt weitere Gen-Maissorte zu

Greenpeace: Risiko nur schlampig untersucht

Die EU-Kommission hat die Einfuhr und die Verarbeitung der genmanipulierten Maissorte 1507 von Pioneer/Mycogen Seeds als Futtermittel genehmigt. Die Zulassung für den Anbau sowie als Lebensmittel soll voraussichtlich Anfang 2006 folgen. Der Gen-Mais produziert ein Insektengift; das dafür notwendige Gen stammt vom Bacillus thuringiensis (Bt.. Zudem ist der Mais resistent gegenüber Spritzmittel mit dem Wirkstoff Glufosinat, auch bekannt unter dem Handelsnamen Liberty der Firma Bayer.

Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hält den Pioneer-Mais für harmlos. Greenpeace dagegen kommt zu dem Schluss, dass es signifikante Hinweise auf Gefahren gibt. Die vorgelegten Untersuchungen würden zeigen, dass sich die Inhaltsstoffe des Gen-Maises von herkömmlichen Sorten unterscheiden. In Fütterungsversuchen mit Ratten sei es zu toxischen Effekten gekommen.

Um andere mögliche Asuwirkungen beurteilen zu können, sind die bisher vorgelegten Risiko-Untersuchungen laut Greenpeace unzureichend, So wurde nicht untersucht, ob und wie sich das Bt-Toxin im Boden anreichert. Aus anderen Untersuchungen sei bekannt, dass das Insektengift über Ausscheidungen der Wurzeln und über Pflanzenreste auf dem Acker in den Boden gelangen kann. Dort könne es je nach Klima und Bodentyp über 200 Tage biologisch aktiv bleiben. Die Umweltschützer kritisierten auch fehlende Daten darüber, wie sich die erhöhten Konzentrationen des Bt-Toxins in den Maispollen auf nützliche Insekten auswirken.

Die EU-Kommission dagegen schreibt in ihrer Stellungnahme: „Die Maissorte 1507 wurde einer rigorosen Risikoabschätzung unterzogen und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als ebenso sicher wie herkömmlicher Mais eingestuft.“

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