Nachrichten | 21.11.2005

Versuch wegen kranker Mäuse abgebrochen

Lungenentzündung festgestellt

In Australien ist ein mehrjähriger Versuch mit gentechnisch veränderten Erbsen wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen worden. Mäuse, die mit dem gegen Insekten resistenten Gemüse gefüttert wurden, hätten eine Lungenkrankheit bekommen.

Dies sagte ein Wissenschafter dem australischen Sender ABC. "Die Reaktion der Mäuse auf das Protein könnte etwas widerspiegeln, was auch bei Menschen geschehen würde", meinte der stellvertretende Leiter des staatlichen Forschungsinstituts CSIRO, Thomas Higgins.

Nach seinen Forschungsergebnissen, die er im "Journal of Agricultural and Food Chemistry" veröffentlicht hat, wurde die Lungenentzündung der Mäuse wahrscheinlich durch ein verändertes Protein ausgelöst.

Diese hatten zweimal wöchentlich Erbsen zum Fressen erhalten, welche mit einem Bohnen-Gen versehen waren, welches die Erbsen gegen den Erbsenkäfer schützen soll. Bohnen werden wegen diesem natürlich vorkommenden Gen von Erbsenkäfern nicht befallen.

Die gentechnisch veränderte Erbsen-Pflanze sei mit 100-prozentiger Wirkung gegen den Befall von Insekten resistent. Möglicherweise könne das Verfahren noch in einem anderen Bereich Anwendung finden, sagte Higgins. Gentech-Kritiker sehen Befürchtungen bestätigt

Die schweizerischen Gentech-Kritiker sehen im Abbruch des australischen Gentech-Versuches ihre Befürchungen bestätigt. Die Gentechnik sei heute nicht reif für die Landwirtschaft, schreibt die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG am 18. November.

Das Forschungsresultat beweise, dass schwerwiegende Gesundheitsschäden durch gentechnisch veränderte Organismen beim heutigen Wissensstand nicht auszuschließen seien. Generelle Unbedenklichkeits-Erklärungen für Gentech-Pflanzen seien unhaltbar.

Der Freilandanbau von Gentechplanzen dürfe deshalb heute nicht erlaubt werden. Das in der Gentechfrei-Initiative vorgesehene fünfjähige Moratorium werde es erlauben, die heutigen Befürchtungen der Forscher besser abzuklären

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