Nachrichten | 23.11.2005

Monsanto will Kohle sehen

Importeure sollen Lizenzgebühren für argentinisches Gen-Soja zahlen

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat in Dänemark und den Niederlanden Firmen verklagt, die Gen-Soja aus Argentinien importierten. Sie sollen pro Tonne 15 US-Dollar an Lizenzgebühr an Monsanto zahlen. Die Lieferungen hatten Roundup Ready-Bohnen von Monsanto enthalten.

Das ungewöhnliche Vorgehen des Konzerns hat einen bestimmten Grund. Bisher ist es Monsanto nicht gelungen, Lizenzzahlungen der Landwirte in Argentinien selbst durchzusetzen. Zwar besteht dort fast die komplette Soja-Ernte aus genmanipulierten Bohnen, die gegen das Monsanto-Herbizid Roundup resistent sind. Doch bisher zahlten weniger als 20 Prozent der Bauern dafür Gebühren an Monsanto. Die meisten versorgten sich auf dem Schwarzmarkt oder verwendeten das Saatgut der letztjährigen Ernte umsonst. Die Gespräche des Konzerns mit der argentinischen Regierung über bei bisher fehlende gesetzliche Grundlage für die Zahlungen schlugen fehl. Die Regierung weigerte sich, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Argentinien ist der drittgrößte Soja-Exporteur der Welt.

Nun sollen europäische Importeure als Druckmittel herhalten. Der Konzern erklärte, man wolle mit der Klage gegen die Importeure in Europa bei Erzeugern, staatlichen Stellen und Exporteuren klarstellen, dass die Monsanto-Ansprüche auf intellektuelles Eigentum auch in Argentinien Gültigkeit besitzen. Der europäische Verband der Futtermittelhersteller (Fefac). hält die Forderung an die Importeure für Unsinn. Normalerweise müssten die argentinischen Landwirte die Nachbaugebühren zahlen, schließlich würden sie von den Gen-Saaten profitieren und nicht die Importeure, argumentiert Fefac. Die argentinischen Behörden müssten das Recht nur durchsetzen. Es ginge zudem nicht an, mit internen Streitigkeiten Dritte zu belasten.

Der argentinische Landwirtschaftsminister Miguel Campos will sich dem Druck Monsantos nicht beugen und war dem Konzern Raubritter-Methoden vor. Erst wenn Monsanto sein Vorgehen in Europa beende, würden die Gespräche über eine Lösung fortgesetzt. Dabei könne es jedoch nur um neu entwickeltes Saatgut gehen, nicht um die alten Roundup Ready Bohnen.

Greenpeace informiert über Monsantos Patent auf Roundup Ready Pflanzen

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