Nachrichten | 8.12.2005

Gen-Soja tötet Rattenbabys

Fütterungsversuch zeigt drastische Auswirkungen auf die Nachkommenschaft

Eine russische Wissenschaftlerin hat Ratten während der Schwangerschaft und in der Stillzeit Round-Up-Ready – Sojabohnen von Monsanto ins Futter gemischt. Über die Hälfte der Nachkommen starb innerhalb von drei Wochen nach der Geburt. Bei den Tieren, die gentechnikfreies oder gar kein Soja erhielten, lag die Sterblichkeitsrate unter 10 Prozent.

Die Biologin Irina Ermakova vom Institut für Neurophysiologie der Russischen Akademie der Wissenschaften stellte diese Ergebnisse auf einer Tagung der Russischen Gesellschaft für genetische Sicherheit vor. Sie selbst bezeichnete ihre Versuche als vorläufige Studien, da sie insgesamt nur 15 weibliche Ratten einbezogen hatte. Sechs davon fütterte sie zusätzlich zur üblichen Diät mit fünf bis sieben Gramm Gen-Sojamehl. Von den 45 Nachkommen dieser Tiere starben 25 (55,6 Prozent) innerhalb von drei Wochen nach der Geburt. Von den 77 Rattenbabies gentechnikfrei ernährter Mütter starben sechs Tiere, das sind 7,8 Prozent. Bei einem Teil der Tiere, deren Mütter Gen-Soja erhalten hatten, waren außerdem Größe und Gewicht deutlich verringert.

Gentechnik-Lobbyisten kritisierten, dass die Studie bisher nicht in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde und wiesen auf mögliche Mängel im Versuchsdesign hin. Dennoch erregte Irina Ermakova mit ihren Versuchsergebnissen große Aufmerksamkeit. Denn Fütterungsversuche mit Gen-Soja sind Mangelware. – trotz aller Sicherheitsversprechen der Gentechnik-Konzerne. Die Amerikanische Akademie für Umweltmedizin hat deshalb die nationale Gesundheitsbehörde aufgefordert, umgehend eine unabhängige Folge-Studie zu beginnen.

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