Nachrichten | 27.12.2005

Klon-Experte hat manipuliert

Südkoreanischer Wissenschafter der Fälschung beschuldigt

Die Forschungsergebnisse zum Klonen menschlicher embryonaler Stammzellen, die vor einiger Zeit als Durchbruch gefeiert wurden, waren gefälscht. Zu diesem Ergebnis ist ein Team von Ermittlern aus Südkorea gekommen.

Die Forschungsprojekte des Klonexperten Hwang Woo-suk wurden in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Der Wissenschafter erklärte jedoch, dass sie korrekt seien. Jetzt erklärte ein Gremium der Seoul National University, dass diese Ergebnisse absichtlich vorgefertigt worden seien und Hwang zur Verantwortung gezogen werden würde. Der Wissenschafter entschuldigte sich und erklärte, seinen Rücktritt als Professor an der Universität.

Diese Kontroverse hat in Südkorea, wo der Wissenschaftspionier allgemein als Nationalheld gesehen wurde, zu einem großen Schock geführt. Seit 2002 erhielt er laut BBC zur Finanzierung seiner Forschungsvorhaben allein vom Ministerium für Wissenschaft und Technik 40 Millionen Dollar. Im Mai gab der Wissenschafter in einem Science-Artikel bekannt, dass es seinem Team gelungen sei, der DNA von elf Patienten entsprechende geklonte Stammzellen zu schaffen. Es wurde davon ausgegangen, dass dieses Verfahren eines Tages Heilungsmöglichkeiten für eine Reihe von Krankheiten wie Diabetes und Parkinson liefern könnte. Das Universitätsgremium erklärte jetzt, dass alle elf Datensätze aus nur zwei Linien von Stammzellen gewonnen worden waren. Die Experten erläuterten, dass Hwang die Zellen eines Patienten für die Analyse in zwei Reagenzgläser verteilte, anstatt den originalen Zellen die geklonten gegenüber zu stellen.

"Aufgrund dieser Ergebnisse, kann nicht davon ausgegangen werden, dass es sich bei den in Science veröffentlichten Daten um einen zufällig entstandenen Fehler handelt, sondern um eine absichtliche Fälschung." Roh Jung-hye, der Vorsitzende des Forschungsbereiches der Universität, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass Hwang zugegeben habe, bei der Erweiterung der Daten der zwei Linien von Stammzellen eine Rolle gespielt zu haben. Hwang geriet unter Druck als einer seiner Mitautoren, Roh Sung-il, zugab, dass entscheidendes Fotomaterial gefälscht worden war. Vergangene Woche gab Hwang zu, dass diese Fotos fehlerhaft seien. Er bestand aber darauf, dass die präsentierten Forschungsergebnisse korrekt waren. Das Gremium fällte in Bezug auf die beiden Linien von Stammzellen keine Entscheidung über die Richtigkeit der Ergebnisse. (Quelle: pressetext austria)

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