Nachrichten | 27.12.2005

Protest-eMails an Minister Seehofer

Bio-Anbau statt Gentech-Felder

Die Nachricht hat Mitte Dezember viele Menschen erschreckt: "Bundesminister Horst Seehofer möchte die Bevorzugung des Biolandbaus beenden und den Anbau gentechnischveränderter Pflanzen in Deutschland vorantreiben." Jetzt gibt es weitere Proteste, bei denen alle mitmachen können.

Die Initiatoren, der Arbeitskreis Gentechnikfreies Metzingen/Ermstal, denkt, "dass der Herr Seehofer ganz dringend eine riesige Menge an Post benötigt, so dass er zur Besinnung ... zurückfindet". Immerhin sei laut seiner Homepage Besonnenheit für ihn die Tugend, welche er am meisten schätze. Der Arbeitskreis nennt Seehofer "Bundesminister gegen Ernährung, Landwirtschaft und gegen Verbraucherschutz" und hält es für möglich, dass eehofer dachte: "Lassen wir mal `nen Testballon los, vielleicht meckern ja nicht so viele...."

Der Arbeitskreis Gentechnikfreies Metzingen/Ermstal ist sich nur sicher, "das der Mann jetzt vor lauter Post seinen Arbeitsplatz nicht mehr finden darf, und dazu brauchen wir Eure Unterstützung!!!" Er fordert dazu auf, den unten stehenden Link anzuklicken, um auf die Abgeordnetenseite von Horst Seehofer zu kommen. "Auf der rechten Seite seht Ihr die Kontakadressen, am schnellsten und billigsten gehts natürlich per eMail."

Man könne selbst etwas schreiben, aber das koste natürlich Zeit. Bevor aber aus Zeitgründen gar nichts gemacht werde, bietet der Arbeitskreis ein fertiges Schreiben an Seehofer an, das in das Nachrichtenfenster kopiert werden kann. "Das Mitmachen kostet euch ganze fünf Minuten."

Abschließend schreibt der Arbeitskreis Gentechnikfreies Metzingen/Ermstal: "Wir können es nur immer wieder wiederholen: 'Die Mehrheit entscheidet in einer Demokratie, wenn aber die Mehrheit zu einem wichtigen Thema schweigt oder nicht sicht- bzw. hörbar wird, könnte es einer Minderheit und ihrer Lobby gelingen, ihre Interessen durchzusetzen und den Schutz des bestehenden Gentechnikgesetzes auszuhöhlen.' "

Der Link lautet: http://www.bundestag.de/mdb/bio/S/seehoho0.html

... und ein möglicher Text könnte lauten:

Sehr geehrter Herr Minister Seehofer,

aus den Nachrichten habe ich erfahren, dass Sie die Bevorzugung des Bioanbaus beenden und den Anbau gentechnisch ver�nderter Pflanzen in Deutschland vorantreiben wollen. Ich m�chte auch in Zukunft gentechnikfreie Lebensmittel essen und kaufen k�nnen, deshalb haben mich Ihre �u�erungen sehr alarmiert.

Erfahrungen aus anderen L�ndern, in denen schon gro�fl�chig gentechnisch ver�nderte Pflanzen angebaut werden, zeigen leider, dass dem Wind und den Bienen keine Grenzen gesetzt werden k�nnen und sich gentechnisch ver�nderte Pollen auf Nachbarfelder ausbreiten. Statt den Anbau gentechnisch ver�nderter Pflanzen voranzutreiben erwarte ich von Ihnen als neuer Bundesminister f�r Ern�hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dass Sie sich f�r den Schutz und Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft einsetzen. Hierzu geh�rt auch, dass das bisher g�ltige Gentechnikgesetz nicht verw�ssert wird.

In der Schweiz wurde am ersten Advent dem auf fünf Jahre befristetem Anbaustopp f�r gentechnisch ver�nderte Pflanzen zugestimmt. Die Ober�sterreicher haben erst k�rzlich ein EU-konformes Gesetz verabschiedet, damit ihre Region gentechnikfrei bleibt. Eigentlich bin ich ja bestrebt, m�glichst regional erzeugte Lebensmittel zu kaufen um heimische Arbeitspl�tze zu unterst�tzen und lange Verkehrswege zu vermeiden. Durch Ihre �u�erungen habe ich aber nun gr��te Bedenken, ob ich in Deutschland �berhaupt noch gentechnikfreie Lebensmittel kaufen kann, wenn der Anbau von GV-Pflanzen vorangetrieben w�rde.

Sehr geehrter Herr Seehofer, immer wieder best�tigt sich in verschiedenen Umfragen, dass die gro�e Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher gentechnisch ver�nderte Lebensmittel ablehnt. Sie sind unser Bundesminister f�r Ern�hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Deshalb fordere ich Sie auf: Setzen Sie sich f�r die Interessen der Mehrheit der Landwirte und der Verbraucher ein, die gentechnikfrei anbauen und essen wollen. Bedienen Sie nicht die Interessen gewisser Saatgutkonzerne, die mit der Agrogentechnik das gro�e Geld verdienen wollen und ganz offensichtlich die langfristigen Folgen nicht bedenken.

Mit freundlichen Gr��en

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