Nachrichten | 22.1.2006

EU lässt weitere Genmais-Sorten zu

Umstrittener Monsanto-Mais MON 863 darf jetzt verfüttert werden

Die EU-Kommission hat drei weitere Sorten Gen-Mais des US-Konzerns Monsanto zugelassen. Zwei der Produkte, GA21 und MON 863 dürfen als Lebens- und Futtermittel eingesetzt werden. Bei der dritten Sorte namens MON 863 x MON 810 ist nur die industrielle Verwertung erlaubt, etwa zu Verpackungschips aus Maisstärke. Der Anbau der drei Sorten in der EU ist vorerst noch nicht gestattet.

Umstritten ist vor allem der Gen-Mais MON 863, dessen Zulassung eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten ablehnte. MON 863 hatte in Fütterungsversuchen bei Ratten Blutbildveränderungen und Nierenschäden verursacht. Monsanto wollte diese Studie geheim halten. Vor eineinhalb Jahren hatten französische Wissenschaftler erstmals auf diese Versuchsergebnisse hingewiesen. Greenpeace erzwang schließlich vor Gerichte ein Veröffentlichung der Arbeit. Die Umweltorganisation kam in ihrer Überprüfung der 1000-Seiten-Studie zu dem Ergebnis, dass die „Dokumente deutliche Hinweise darauf geben, dass im vorliegenden Fall tatsächlich gesundheitliche Schäden bei Ratten ausgelöst werden können. Zudem erscheint der Versuchsaufbau mangelhaft und die statistische Auswertung fragwürdig.“ In einer Risikobewertung für die Bundesregierung kam der Gentechnik-Experte Professor Arpad Pusztai zu dem Ergebnis, dass man MON 863 nicht zulassen dürfe. Der Mais ist so manipuliert, dass die Pflanze ein Gift herstellt, welches sie gegen den Maiswurzelbohrer resistent macht. Die grüne EU-Abgeordnete und deutsche Verbraucherschutzpolitikerin Hiltrud Breyer bezeichnete die Zulassung "trotz alarmierender Risiken" als "verheerend" und "grob fahrlässig".

Beim Mais GA 21 handelt es sich um eine Sorte, die gegen das Monsanto-Pestizid Round Up resistent gemacht wurde. Schlagzeilen machte GA 2,. als Greenpeace Schweiz 2002 in Mais-Produkten aus Schweizer Supermärkten eine Verunreinigung mit dem damals noch nicht zugelassenen Gen-Mais nachwies. Die dritte Sorte MON 863 x MON 810 ist eine Kreuzung zweier genmanipulierter Sorten, die durch das von ihr produzierte Gift gegen mehrere Schädlinge resistent sein soll.

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