Nachrichten | 22.1.2006

Falsche Versprechen

10 Jahre Anbau von Genpflanzen

1996 begann der großflächige Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen. Weniger Pestizide, höhere Erträge, bessere Lebensmittel und weniger Hunger: Mit diesen Argumenten warben die Gentechnik-Konzerne – allen voran Monsanto – für ihre neuen Produkte. „Falsche Versprechungen“ lautet dagegen die Bilanz der Umweltorganisation Friends of Earth (FoE) in ihrer aktuellen Studie „Wer profitiert von Gen-Pflanzen“.

So argumentiert FoE: Kommerziell in großem Stil angebaut werden bisher nur vier Gen-Pflanzen: Soja, Mais, Raps und Baumwolle. Die Genmanipulation umfasst nur zwei Bereiche: Die Resistenz gegen bestimmte Pestizide und die Resistenz gegen bestimmte Schädlinge durch ein pflanzeneigenes Gifte, das so genannte Bt-Toxin. Weder Verbraucher noch die Futtermittelindustrie hätten durch billigere oder qualitativ besserer Produkte vom Gentech-Anbau profitiert „Die meisten angebauten Gen-Pflanzen dienen als Viehfutter. Zur Bekämpfung des Hungers haben sie nichts beigetragen“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Als Beispiel verweist FoE auf Argentinien, wo die ständig wachsende Soja-Ernte fast komplett in den Export geht, während der Anbau von Grundnahrungsmitteln für die Bevölkerung abnimmt. Die Umwelt wird laut FoE durch einen verstärkten Einsatz von Pestiziden belastet, wie zahlreiche unabhängige Studien gezeigt hätten.

Profitiert haben aus der Sicht von FoE „das große Agrarbusiness und die Gentechnik-Konzerne, die die Rechte am Gensaatgut und den manipulierten Erbgut besitzen.“ Hinzu kämen noch große Farmer, die für den Export produzierenallen voran Marktführer Monsanto, durch den Verkauf der Gen-Saaten und die dazu passenden Pestizide. Gleichzeitig sei es den Konzernen gelungen, ihre Kontrolle über den weltweiten Saatgutmarkt auszubauen. Insgesamt jedoch hätten die Konzerne mit zunehmendem Widerstand gegen ihre Gentechnik-Produkte zu kämpfen. In diesem Zusammenhang nimmt FoE auch die jährlich veröffentlichten Anbauzahlen der Biotech-Verbandes ISAAA kritisch unter die Lupe. Diese seien „künstlich aufgeblasen“. In den meisten Ländern gebe es keine zuverlässigen statistischen Daten über den Anbau von Gen-Pflanzen. ISAAA hatte für 2005 einen weiteren Anstieg der mit Gen-Pflanzen bewirtschafteten Flächen um elf Prozent auf 90 Millionen Hektar gemeldet.

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