Nachrichten | 6.3.2006

Erster Aktionstag 2006 ein Erfolg

Tausende demonstrieren
gegen Seehofers Genfood-Pläne

Mehrere tausend Menschen haben sich am bundesweiten Aktionstag gegen Gentechnik in der Landwirtschaft am 3. März beteiligt. Bauern, Verbraucher und Verbände haben bei rund 50 Kundgebungen gegen den Anbau von Gen-Pflanzen protestiert, sagte eine Sprecherin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin. Allein in Ingolstadt - dem Wahlkreis von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer – zählten die Veranstalter rund 1000 Menschen und 80 Traktoren. "Die Landwirtschaft in Bayern kann nur mit Qualitätslebensmitteln ohne Genmanipulation auf den Weltmärkten bestehen", sagte Hubert Weiger vom Bund Naturschutz in Ingolstadt. In einem Brief an Seehofer forderten die Demonstranten, im Gentechnikgesetz am Verursacherprinzip festzuhalten. Mehrere Hundert Bauern demonstrierten im niedersächsischen Einbeck am Standort eines Saatgutherstellers und in Brandenburg bei der Märkischen Futtermittel GmbH in Eberswalde, die eng mit Monsanto zusammenarbeitet. Neben mehreren kleineren Demonstrationen gab es auch zahlreiche Infostände, Vorträge und Filmvorführungen im ganzen Land. Einen kleinen Überblick gibt es hier.

Der Deutsche Bauernverband hat sich in einem Rundschreiben von dem Aktionstag distanziert und Landwirte davor gewarnt, sich von Umweltschutzverbänden instrumentalisieren zu lassen. Gleichzeitig sorgte er sich um die Sicherheit der Bauern, die Gen-Pflanzen anbauen wollen und warnte sie vor möglichen Spontandemos. „Problematisch dürfte sich gestalten, dass auch Landwirte zu den Demonstranten und damit Gentechnikgegner gehören werden.“

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