Nachrichten | 27.3.2006

Terminator vorerst gebannt

UN-Biodiversitäts-Konferenz will am Moratorium festhalten

Der Versuch der Gentechnik-Konzerne, mit Hilfe der USA, Kanadas und weiterer Staaten, das Moratorium für die so genannte Terminator-Technologie aufzuweichen, ist vorerst gescheitert. Wie die internationale Kampagne „Ban Terminator“ berichtete, hat die zuständige Arbeitsgruppe beim laufenden Treffen der UNO-Konvention über biologische Vielfalt den Vorstoß einmütig zurückgewiesen. Die Organisatoren feierten den Beschluss als Sieg für die Kleinbauern in aller Welt. Auch in Deutschland hatten sich Tausende Menschen mit Unterschriften an der Kampagne beteiligt.

Als „Terminator“-Technologien bezeichnet man Verfahren, die Pflanzen durch gentechnische Veränderung unfruchtbar machen. Einmal geerntete und wieder ausgesäte Samen könnten keine neuen Pflanzen produzieren. Das würde Landwirte daran hindern, einen Teil ihrer Ernte in der nächsten Anbausaison als Saatgut zu verwenden. Sie wären gezwungen, zu jeder Aussaat neues Saatgut zu kaufen. Multinationalen Saatgutkonzerne hatten zusammen mit der US-Regierung Terminator-Saatgut bereits vor zehn Jahren entwickelt. Aufgrund internationaler Proteste empfahl die UNO-Konvention über biologische Vielfalt (CBD) im Jahr 2000, dass die Regierungen keine Freilandtestung oder Vermarktung von Technologien zur genetischen Saatgutsterilisation zulassen sollen. Die aktuelle Konferenz der CBD-Staaten im brasilianischen Curitiba wollten die Gentechnik-Konzerne nutzen, um dieses Moratorium zu kippen. Bei den Beratungen über die Fortschreibung der Konvention hat der zuständige Ausschuss jedoch alle Änderungsvorschläge in diese Richtung einhellig abgeblockt. Zwar muss das Plenum noch zustimmen, doch dies gilt den Terminator-Gegnern nur noch als Formalität.

"Das ist ein echter Erfolg für die Zivilgesellschaft weltweit”, freute sich Benny Härlin, der für Greenpeace International an der Konferenz teilnimmt. „Aber es ist noch ein langer Weg, um Biodiversität, Ernährungssicherheit und das Überleben von Millionen von Bauern weltweit auf Dauer zu schützen.“ Dies sei ein denkwürdiger Tag für die 1,4 Milliarden armer Menschen, deren Leben davon abhänge, dass die Kleinbauern Saatgut behalten dürfen, sagte Francisca Rodriguez, Sprecherin des weltweiten Kleinbauernverbandes Via Campesina. Pat Mooney, Sprecher der “Ban-Terminator”-Kampagne, wies darauf hin, dass die multinationale Gentech-Industrie fortfahren werde, ihr steriles Saatgut durchzusetzen. Spätestens beim nächsten Treffen der CBD-Staaten 2008 werde „Terminator wieder seinen hässlichen Kopf erheben. Die einzige Lösung ist ein komplettes Verbot dieser Technologie ein für alle mal.“ Er rief die Staaten auf, nationale Verbote zu erlassen, wie dies in Brasilien und Indien bereits geschehen sei.

Zur deutschen „Stoppt Terminator“-Kampagne

www.freie-saat.de

Kompakte Infos: Das Kampagnenflugblatt

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