Nachrichten | 7.4.2006

Gen-Kaffee von Nestlé

Konzern erhält Patent für besonders leicht lösliches Kaffeepulver

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé ist nach Mitteilung von Greenpeace Schweiz im Besitz eines Patentes auf Gentech-Kaffee. Die Kaffee-Pflanzen seien so manipuliert, dass sie ein bestimmtes Enzym in ihrem Stoffwechsel blockieren. Dadurch soll das Kaffeepulver besser löslich werden. Das Patent umfasst das technische Verfahren, die genmanipulierten Pflanzen und die Verwendung der Kaffeebohnen zur Herstellung von löslichem Kaffee.

'Dass Nestlé ein Patent auf Gentech-Kaffee beantragt und erhalten hat, zeigt, dass der Konzern die Option, Gentech-Produkte zu vermarkten, unbeirrt weiter verfolgt“, kommentiert Marianne Künzle von Greenpeace Schweiz den Vorgang. Dieses Gentech-Patent zeige auch, wie gierig Konzerne auf die totale Kontrolle der Lebensmittelherstellung seien. „Um neue Monopole im Anbau zu schaffen, wurde gleich der ganze Kaffee-Strauch als ‚Erfindung’ mit patentiert.“

Lateinamerikanische Kaffee-Organisationen wehren sich nach Angaben von Greenpeace gegen die Patentierung und den Anbau von Gentech-Kaffee. Sie befürchten, dass die Abhängigkeit von Nestlé durch dieses Patent noch grösser werde. Es sei davon auszugehen, dass patentierte Gentech-Kaffee-Setzlinge teurer sein werden als herkömmliche. Zudem könne der Absatz von Gentech-Kaffee ebenfalls unter die Kontrolle des Patent-Inhabers fallen. Absehbar ist für Greenpeace, dass sich die Eigenschaften von Gentech-Kaffee-Sträuchern auf die Kulturen herkömmlicher oder ökologisch produzierender Kaffee-Bauern ausbreiten. Deren Ernten würden dadurch quasi unverkäuflich. Greenpeace fordert den Konzern auf, seine Patente auf Gentech-Kaffee und andere Gentech-Produkte sofort zurückzuziehen. Die wirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Risiken seien untragbar.

 
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