Nachrichten | 19.4.2006

Raiffeisen reagiert auf den Markt

Agrarkonzern stellt Futtermittelwerk auf gentechnikfreie Produktion um

Erstmals hat der Raiffeisen-Konzern eine Futterfabrik komplett auf die Herstellung gentechnikfreier Tiernahrung umgestellt. Das Raiffeisen-Kraftfutterwerk in Würzburg reagierte damit auf den Druck von Händlern und Landwirten. Wie die Frankfurter Rundschau (FR) berichtete, war der Impuls zur Umstellung von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall ausgegangen. Die dort zusammengeschlossenen 650 Landwirte haben sich im Rahmen der Qualitätsfleischerzeugung verpflichtet, auf Gentechnik im Futtertrog zu verzichten. Es sei jedoch zunehmend schwieriger geworden, garantiert gentechnikfreies Sojaschrot zu bekommen.

Um diesem wichtigen Kunden entgegenzukommen, hat die Raiffeisen Kraftfutterwerke Süd GmbH (RKS) ihr Werk im unterfränkischen Würzburg komplett auf gentechnikfreie Futtermittel umgestellt. Dazu habe man eine von Farmern im Nord-Brasilien bis zum Würzburger Werk reichende Kontroll- und Zertifizierungskette aufgebaut, sagte Geschäftsführer Ulrich Steinruck in der FR. Sie schließe alle Zwischenstationen ein - egal ob Ozeanfrachter, Binnenschiff oder Silolastzüge. Unter anderem hätten die Bauern verlangt, dass die in Deutschland verwendeten Transporter ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel fahren. Mit dem lückenlosen Nachweis gehe das Kraftfutterwerk weiter als andere Anbieter, die lediglich mit einem Test am Ende der Verarbeitungskette die Gentechnikfreiheit belegen würden.

Die anderen vier Werke der RKS produzieren ebenso wie andere Raiffeisen-Betriebe weiterhin Futtermittel mit Gen-Soja. Allerdings schloss der Raiffeisen-Manager nicht aus, dass bei steigender Nachfrage ein weiteres Werk für gentechnikfreie Rohstoffe reserviert wird. Die Futter-Mehrkosten seien mit 1,35 Euro je Schwein zu vernachlässigen. Auch der Nachschub ist laut Steinruck gesichert, da die brasilianischen Farmer sich auf diese spezifische Nachfrage eingestellt hätten.

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