Nachrichten | 15.5.2006

Bayerns Bauern wollen keine Gentechnik

Bauernverband lehnt den kommerziellen Anbau ab und fordert Reinheitsgebot für Saatgut

Die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes (BBV)haben bei ihrem Frühjahrstreffen einen Forderungskatalog zum Thema Gentechnik verabschiedet. Darin findet sich die Reinheit des Saatgutes ebenso wie das Recht auf gentechnikfreie Regionen. Den Genpflanzenanbau zu Forschungszwecken will der BBV allerdings beibehalten. Eine Patentierung von Pflanzen und Tieren lehnt er jedoch ab.

Der Beschluss der bayerischen Bauernvertreter hat besondere Bedeutung, da der bayerische Bauernpräsident Gerhard Sonnleitner zugleich auch Vorsitzender des Deutschen Bauernverbandes ist. Der Forderungskatalog geht im Detail über Positionen hinaus, die Sonnleitner auf der BioFach 2006 vertreten hatte.

In dem Beschluss des BBV heißt es: „Unter den gegebenen Rahmenbedingungen lehnen die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes die kommerzielle Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Solange die genannten Forderungen nicht erfüllt sind, sehen sie auch keinen Anlass, die bestehende Haftungsregelung im Deutschen Gentechnikgesetz zu ändern.“

Zu den Forderungen zählt, dass „die gute fachliche Praxis zum Gentechnikanbau EU-weit festgelegt werden muss.“ Bisher hielt der Bauernverband lediglich eine deutsche Regelung für ausreichend. Einen Verordnungsentwurf zumindest für Gen-Mais will das Ministerium noch vor der Sommerpause vorlegen. Eine EU-weite Regelung ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Deutlich macht der BBV auch, dass er die Einführung des Gen-Maises zur Schädlingsbekämpfung nicht für notwendig hält: „Problemstellungen, die durch BT-Mais gelöst werden sollen, sind eigenständig wie bisher z. B. durch angepasste Fruchtfolgen sowie ackerbauliche Maßnahmen zu lösen.“

Neu ist die Forderung, für gentechnikanbaufreie Zonen einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der den Anbauverzicht gentechnisch veränderter Pflanzen garantiert. Noch im März hatte der Bauernverband seine Mitglieder vor der Organisation „Gentechnikfreie Regionen in Deutschland“ gewarnt, weil sie einen Keil zwischen die Landwirte treibe und zudem von Naturschützern dominiert sei. Nun übernimmt er eine der wichtigsten Forderungen der Organisation.

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