Nachrichten | 18.5.2006

Eiliger Brief nach Polen

Appell an den polnischen Präsidenten

In Polen ist vor wenigen Tagen ein neues Gesetz verabschiedet worden, das den Handel von gentechnisch verändertem Saatgut in Polen sowie die Aufnahme von GMO-Saatgut in die Liste der zugelassenen Saatgüter verbieten soll. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg Polens zu einem gentechnikfreien Land. Jetzt muss "nur" noch der Präsident unterschreiben.

Die Gen-Gesetzgebung wurde gemeinsam von Politikern in Regionalkörperschaften, von Nichtregierungsorganisationen (NGO), Bauern und Wissenschaftlern initiiert und geschaffen. Es wird aber befürchtet, dass der polnische Präsident das Gesetz womöglich nicht unterschreiben wird. Deshalb bitten Initiatoren darum, Briefe und/ oder E-Mails an den polnischen Präsidenten zu schicken, damit er sich ermutigt fühlt, dieses Gesetz auch zu unterzeichnen. Da die Frist in wenigen Tagen ausläuft, bestehe laut Angaben der Initiatoren unmittelbarer Handlungsbedarf!

Einen Mustertext, den man an

Lech Kaczynski
Kancelaria Prezydenta RP
Ul. Wielska 10
00-902 Warszawa
Fax: 0048-(0)22 695-22-38
E-Mail: listy@prezydent.pl

schicken kann, ist hier angefügt:

Seed Production Act and Plant Protection Act

Sehr geehrter Herr Präsident,

mit großer Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass das polnische Parlament und der Senat ein Gesetz beschlossen haben, das den Handel von gentechnisch verändertem Saatgut sowie die Aufnahme von gentechnisch verändertem Saatgut in die Liste der in Polen zugelassenen Pflanzen verbietet. Die Zustimmung zu diesem Gesetz durch das Abgeordnetenhaus und den Senat ist ein äußerst bedeutender Schritt für Polen, damit es ein Land ohne kontaminierte gentechnisch manipulierte Organismen (GMO) werden kann. Ebenso werden damit die Wahlversprechen an die polnischen Wähler vom letzten Herbst erfüllt.

Sehr geehrter Herr Präsident,

durch Ihre Unterschrift kann diese Gesetzgebung mit ihren positiven Konsequenzen wirksam werden. Wir bitten Sie, mit Ihrer Zustimmung für das übrige Europa ein Zeichen zu setzen!

Mehr als 4.500 kleinere und 170 größere Regionen in der Europäischen Union haben bereits erklärt, dass sie gentechnikfrei bleiben wollen. Ihre Unterschrift würde den Regierungen Europas helfen, die ebenso wie die Abgeordneten in Polen ihr Land und ihre Bürger vor den unabsehbaren Folgen der Einführung von gentechnisch manipulierten Organismen (GMO) schützen wollen, eine EU-Gesetzgebung durchzusetzen, die es sowohl den Mitgliedstaaten als auch den Regionen in Europa erlaubt GMO zu verbieten.

Ihre Zustimmung zu dem neuen Gesetz würde von einer großen Mehrheit der Menschen in Europa begrüßt. Wiederholt wurde bei Umfragen erklärt, dass die große Mehrheit der Menschen keine gentechnisch manipulierten Lebensmittel essen wollen und dass GMO verboten werden müssten für die Umwelt genauso wie für Lebensmittel.

Es ist weithin bekannt, dass Polen außergewöhnlich reich hinsichtlich der vielfältigen und unverdorbenen Biodiversität seiner Natur ist. Polen hat damit ein unschätzbares, großartiges Potential, um Europas führender Produzent von gesunden, ökologischen Lebensmitteln mit hoher Qualität zu werden.Sehr geehrter Herr Präsident,

nun werden Interessenvertreter bestimmter Unternehmen versuchen, Sie mit Versprechungen und Reden zu beeinflussen, damit Sie diese Fakten ignorieren. Bitte bedenken Sie aber, mit Ihrer Unterschrift helfen Sie den reichhaltigen Schatz Polens zu erhalten, der mit der Einführung von GMO unwiederbringlich zerstört würde. Mit Ihrer Unterschrift können Sie helfen, die polnischen Bauern und die gesamte Bevölkerung vor den Gefahren genetisch veränderter Organismen zu schützen. Diese Gefahren sind inzwischen ausführlich beschrieben und in anderen Ländern längst zur bitteren Wirklichkeit geworden. Sie haben unsere volle Unterstützung, wenn Sie diese höchst bedeutende Initiative ergreifen.

Mit hochachtungsvollen Grüßen

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