Nachrichten | 3.6.2006

IM Landwirt

Gen-Bauern müssen Daten an Monsanto liefern

Bauern, die genmanipuliertes Mais-Saatgut von Monsanto anbauen, sollen die Namen benachbarter Landwirte an den Gentechnik-Konzern weitergeben. Dies meldete die Frankfurter Rundschau. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warf Monsanto vor, die Landwirte zu“ informellen Mitarbeitern“ zu machen.

Laut Frankfurter Rundschau verpflichtet sich der Bauer in dem ihr vorliegenden Vertrag, dass er "einen Monat nach der Aussaat den Namen und die Adresse derjenigen Bewirtschafter mitteilt, die in einem Feldrandabstand" von weniger als 100 Meter konventionellen Mais aussäen. Gleichzeitig willigt der Gen-Bauer ein, dass Informationen, die er seinem Händler gibt, von diesem an Monsanto weitergereicht werden.

Diese Vereinbarung habe erhebliche Konsequenzen für die Bauern, kritisierte AbL-Geschäftsführer Georg Janßen. Er warf Monsanto vor, sich mit dem Vertrag aus der Verantwortung zu stehlen. „Bei der entscheidenden Frage der Haftung bleibt Monsanto außen vor. Die Haftung für die wirtschaftlichen Nachteile oder Schäden, die dem Bauern oder Dritten trotz Einhaltung von Vorsorgepflichten entstehen, verbleiben allein beim Bauern. Lediglich der Saatguthändler haftet für den vertragsgemäßen Zustand des verkauften Gen-Saatgutes.“

Eine Anlage zum Vertrag, den die Zeitschrift „Die Bauernstimme“ in ihrer Juni-Ausgabe veröffentlichte, verbietet den Landwirten den Nachbau des Monsanto-Saatgutes. Sicherheitsempfehlungen für den Gen-Maisanbau gebe der Konzern kaum, kritisierte Janßen und wies auf ungleiche Abstandsempfehlungen hin. Gegenüber konventionellen Maisfelder genügen laut Monsanto 20 Meter Abstand. Zu Öko-Maisfeldern empfiehlt der Konzern jedoch eine Distanz von 300 Metern. „Ist etwa der Ökomais für Auskreuzungen empfänglicher als der konventionelle Mais? Auch der konventionelle Maisanbauer hat unserer Meinung nach ein Recht darauf, dass seine Felder nicht kontaminiert und seine Erzeugnisse als gentechnik-frei verkauft werden können“, ärgerte sich Janßen.

Monato-Pressesprecher Thomas Thierfelder erklärte die Datensammlung mit dem „Märka-Modell", benannt nach dem Futtermittelwerk Märka. Werk und Konzern hatten den Nachbarn der Gen-Bauern zugesichert, ihre Maisernte zum üblichen Marktpreis abzunehmen, unabhängig davon, ob sie kennzeichnungspflichtige gentechnische Verunreinigungen enthält oder nicht. Dieses Angebot gelte allerdings nicht für Öko-Mais, deshalb sei ein größerer Abstand notwendig.

powered by