Nachrichten | 13.6.2006

Zerstörung mit Ansage

Feldbefreier besuchten an Pfingsten zwei Gentechnik-Versuchsfelder

In Gießen und Nürtingen haben Gentechnik-Aktivisten zwei Versuchsfelder von Hochschulinstituten betreten und dort ausgesäte Gen-Pflanzen ausgerissen. Die Aktionen waren vorab angekündigt worden, konnten aber von der Polizei nur zum Teil verhindert werden. Den Aktivisten drohen Strafverfahren.

In Gießen konnten vier Feldbefreier trotz starken Polizeiaufgebots einen Versuch mit Gen-Gerste der dortigen Justus-Liebig-Universität zum Teil zerstören. Die Uni teilte mit, dass etwa ein Fünftel des Feldes betroffen und die wissenschaftliche Aussagekraft der Untersuchungen schwer geschädigt sei. Trotzdem wollen die Wissenschaftler den in Deutschland erstmaligen Anbau von Gen-Gerste fortführen. Die Uni stellte Strafanzeige gegen sechs von der Polizei festgenommene Aktivisten und drohte mit hohen Schadensersatzforderungen. Die Gentechnik-Gegner begründeten ihre Aktion mit den Risken des Gentechnik-Anbaus und wiesen darauf hin, dass ein Großteil der betroffenen Pflanzen auf dem Versuchsfeld von den verfolgenden Polizisten zertrampelt worden sei.

In Nürtingen besuchte ein Bio-Imker mit etwa 30 weiteren Gentechnik-Gegnern ein 0,9 Hektar großes Versuchsfeld mit Monsanto-Genmais der dortigen Hochschule für Wirtschaft und Umwelt. Trotz Ankündigung der Aktion schützte keine Polizei das Feld, so dass dessen Zerstörung beim Eintreffen der Beamten weit vorangeschritten war. Die Beamten nahmen die Personalien der noch Anwesenden auf, gegen die jetzt die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Esslingen wegen Sachbeschädigung ermittelt. Nach Angaben der Hochschule seien zwar nicht alle Pflanzen ausgerissen oder zertrampelt worden; durch die teilweise Zerstörung sei jedoch ein Vergleich der Ergebnisse untereinander nicht mehr möglich und damit der Versuch voraussichtlich komplett zerstört.

Die Aktion Gendreck weg hat die nächste Feldbefreiung für das letzte Juli-Wochenende in Brandenburg angekündigt

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