Nachrichten | 17.6.2006

Gen-Milch macht fruchtbar

Rinderwachstumshormon lässt Zwillingsgeburten steigen

Milch von genmanipulierten Kühen ist vermutlich ein Grund dafür, dass in den USA Mehrlingsgeburten stark zugenommen haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie New Yorker Wissenschaftler. In den USA ist es weit verbreitet, Milchkühe mit einem vom Gentechnik-Konzern Monsanto genetchnisch hergestellten Rinderwachstumshormon (rBST) zu behandeln, damit sie mehr Milch geben. In Europa ist dies noch verboten.

Der Gynäkologe Gary Steinman vom Long Island Jewish Medical Center hatte in einer Studie die Zwillingsrate von Frauen verglichen, die sich herkömmlich, vegetarisch oder vegan ernährten. Dabei stellte er fest, dass Frauen, die Milch konsumierten, fünf mal häufiger Zwillinge bekamen als Veganerinnen. Dass der Unterschied so ausgeprägt ist, liegt dem Arzt zufolge möglicherweise daran, dass Rinderzüchter in den USA ihre Tiere mit Wachstumshormonen behandeln dürfen. Die Erklärung dafür: In jeder Kuhmilch ist der Wachstumsfaktor IGF-1 enthalten, der in der Leber der Tiere hergestellt wird und in die Milch übergeht. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass IGF-1 die Reifung von Eizellen in den Eierstöcken fördert. Bekommen Milchkühe Wachstumshormone wie Rinder-Somatotropin (kurz: BST) verabreicht, wird die IGF-1-Produktion zusätzlich angeregt.

Weil Zwillingsgeburten häufiger zu Komplikationen und Frühgeburten führen, rät Gary Steinman Frauen mit Kinderwunsch, Milch und Fleisch vorübergehend durch andere Eiweißquellen zu ersetzen - besonders in Ländern, in denen Hormone in der Nutztierhaltung üblich sind. Die Studie "Mechanisms of Twinning: VII. Effect of Diet and Heredity on the Human Twinning Rate" erschien im "Journal of Reproductive Medicine" (Bd. 51, S. 405 - 410).

Der Nachrichtendienst GMwatch.org berichtet, dass in den USA inzwischen große Handelsketten wie WalMart und große Molkereien wie Dean Foods aufgrund der Verbrauchernachfrage auf der Suche nach Milch sind, die ohne Wachstumshormone hergestellt wurde. Immer mehr Molkereien würden von ihren Bauern verlangen, auf den Einsatz von Hormonen zu verzichten. Monsanto habe darauf hin den Preis für sein Wachstumshormon gesenkt.

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