Nachrichten | 26.6.2006

Ablehnung bleibt stabil

Europäer wollen kein Genfood

Die Mehrheit der Europäer steht der Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft weiterhin ablehnend gegenüber. Sie sehen keinen Nutzen in den gentechnisch manipulierten Pflanzen und haben bei den daraus hergestellten Lebensmitteln moralische Bedenken oder machen sich Sorgen wegen möglicher Risiken. Zu diesem Ergebnis kommt das Eurobarometer, eine regelmäßige Befragung im Auftrag der EU-Kommission.

Sie ließ 25.000 Menschen aus allen Mitgliedstaaten über ihre Einstellung zur Gentechnologie befragen. Nur 27 Prozent befürworten gentechnisch veränderte Lebensmittel, 58 Prozent lehnen sie strikt ab. Deutschland liegt mit 21 Prozent Zustimmung unter dem europäischen Durchschnitt. Noch stärker ist die Ablehnung in Griechenland, Lettland und Frankreich. Tschechien, Portugal und Malta haben die höchsten Zustimmungsraten. Im Vergleich mit früheren Eurobarometern zeigt sich, dass die Zahl der Befürworter der grünen Gentechnik in den 15 alten EU-Staaten seit der letzten Umfrage 2002 deutlich gesunken ist.

Dass sich hinter dieser Haltung keine grundsätzliche Technikfeindlichkeit verbirgt, zeigen die anderen Ergebnisse dieses Eurobarometers. Die Mehrheit der Befragten steht der Anwendung der Gentechnik in der Medizin (rote Gentechnik) und der industriellen Herstellung (weiße Gentechnik) positiv gegenüber. Sofern strenge Vorschriften bestehen, würden sie auch die öffentlich stark diskutierte Stammzellenforschung unterstützen. Insgesamt werde der gesellschaftliche Beitrag der Biotechnologie deutlich positiver gesehen als 1999, freut sich die EU-Kommission.

Die englische Originalfassung des Eurobarometers

powered by