Nachrichten | 17.7.2006

Manipulierte Zwetschgenbäume

Die USA wollen den kommerziellen Anbau von Gen-Pflaumen erlauben

Das US-Landwirtschaftsministerium will genmanipulierte Pflaumenbäume für den kommerziellen Anbau freigeben. Das wäre nach der Zulassung von Gen-Papayas auf Hawaii das zweite Mal, dass Bäume mit fremdem Erbgut großflächig gepflanzt würden. Die Gen-Pflaumen sollen gegen einen Krankheitserreger, den Plum Pox Virus, resistent sein. Entwickelt wurden sie vom US-Ministerium, einem staatlichen französischen Institut und der Cornell-Universität.

Allerdings kommt der Plum Pox Virus nach Angaben der Verbraucherorganisation Organic Consumers Association (OCA) in den USA kaum vor. OCA befürchtet, dass die US-Behörden mit dieser Zulassung in erster Linie den Weg für andere genmanipulierte Baum-Arten frei machen. An rund 80 verschiedene Arten und Sorten von Bäumen würden Biotechnologen derzeit Gen-Manipulationen und deren kommerzielle Anwendbarkeit untersuchen.

Die größte Gefahr sieht OCA darin, dass die genmanipulierten Pflaumen ökologische und gentechnikfreie konventionelle Pflaumenplantagen großräumig verunreinigen. Das US-Landwirtschaftsministerium räume dies auch ein und schlägt Sicherheitsabstände vor. Doch reichten diese nicht aus, um die Verunreinigung durch Pollen sammelnde Insekten auszuschließen.

OCA und die britische Wissenschaftlervereinigung ISIS kritisieren auch fehlende Sicherheitsstudien. Die Auswirkungen der Manipulation auf Bienen und andere Insekten oder Vögel seien ebenso wenig untersucht worden wie die Folgen für den Menschen. Zwar sei das veränderte Erbgut nicht im Fruchtfleisch sondern nur im Kern enthalten. Doch könne es auch über eingeatmeten Pollen oder verunreinigten Honig in den Körper gelangen.

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